Didaktische Konzeption

Didaktische Konzeption

Mensch und Raum

vergrößern Tibetisches Zentrum e.V. Hamburg (Bild: © Tibetisches Zentrum e.V. Hamburg) Mensch und Raum stehen in einer Wechselbeziehung zueinander. Menschen gestalten Räume, durch die sie geschützt und geborgen sind. Räume können aber auch einengen und bedrücken.

Dadurch, dass der Mensch den Raum mit eigenem Leben füllt, wird er für ihn zum erlebten Raum. Alles, was Menschen erfahren, erleben und bewirken, geschieht in und an bestimmten Orten und in Räumen. Durch sein Wirken schafft der Mensch sich Räume und entfaltet sich in ihnen. Dadurch verändern sich nicht nur die Räume sondern auch der Mensch.

Jeder Raum strahlt zudem eine ihm immanente Atmosphäre aus, die durch seine Beschaffenheit und das, was in ihm passiert, entsteht.   

Mensch und religiöser Raum

vergrößern VIKZ Moscheen (Bild: © Verband der Islamischen Kulturzentren e. V.) Auch Religionen gestalten und leben durch Räume. Sie erhalten für Menschen religiöse Bedeutung, wenn sie zum Raum der Beziehung zum Göttlichen werden. Das kann bedeuten, dass sie zu einem Raum der Erzählungen, der religiösen Feiern, einem Raum in dem religiöse Handlungen vollzogen werden, einem Raum der Gemeinschaft, der Erlebnisse und zu einem Raum mit geschichtlicher Dimension werden. Im Erleben von Stille und auch in festen Ritualen erfahren die Glaubenden der jeweiligen Gemeinschaft die besondere Atmosphäre ihres religiösen Raumes als eines Ortes gelebter Religion.

Der religiöse Raum unterscheidet sich von anderen Räumen nicht nur durch seine Innenausstattung und Ausschmückungen, sondern auch durch seine signifikante Architektur.

Raum als Orte gelebter Religion

vergrößern Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Nikolai, Finkenwerder Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Nikolai, Finkenwerder (Bild: © Inge Hansen)   Synagogen, Kirchen, Moscheen und Tempel sind als Gebäude, als Räume für die jeweilige religiöse Gemeinschaft errichtet worden. Ihre Innenausstattung ist auf die jeweilige religiöse Praxis hin abgestimmt. Die Raumgestaltung mit den für diese Religion typischen Einrichtungs-/Gegenständen ist Ausdruck dieses spezifischen Glaubens, dieser Lehre. Diese für Juden, Christen, Muslime, Hindus und Buddhisten zentralen Orte, sind je nach Religion entweder der Verehrung Gottes der der Weitergabe der religiösen Überlieferungen gewidmet. Sie sind dabei Ort der Lehre, wichtiger Riten und Zeremonien, Orte der Erfahrung von Gemeinschaft, der Einkehr, der Ruhe und der inneren Sammlung.

Raum als authentischer Lernort

Räume der Religionen und Orte des Gedenkens erschließen sich nicht von selbst. Man braucht Menschen, die einem helfen, sie aufzuschließen. Auch stoßen wir hier auf Regeln, Symbole, an dessen, was erlaubt und angemessen ist.

Eine Raumerschließung ist daher die Eroberung einer bereits strukturierten sozialen Wirklichkeit. Dabei schafft man sich einen subjektiven Raum und passt sich in seine sichtbaren und unsichtbaren Grenzen ein.

 

Wenn die vorgegebenen  Strukturen des Raumes Einblick in Eigenart der in ihnen beheimateten Religion/ Lehre geben und wenn darüber hinaus genügend Spielraum für die eigene subjektive Raumbeziehung der jeweiligen Besucher vorhanden ist, dann erst kann eine pädagogische Aneignung geschehen.

Dann erst wird der jeweilige Raum zu einem wirklichen und authentischen Lernort zu einem Religiösen Lernort der Religionen.