Aufwind für Überflieger

Schulsenator Ties Rabe hat im Schulausschuss ein Aktionsprogramm vorgestellt, um die Förderung von Begabten in den Hamburger Schulen zu verbessern. Ties Rabe: "Expertenanhörung und öffentliche Anhörung im Schulausschuss haben gezeigt, dass die Förderung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern an unseren Schulen oft zu kurz kommt. Wir wollen das ändern und die Begabtenförderung in allen weiterführenden Schulen sowie vielen Grundschulen fest verankern. Es ist sicher noch ein weiter Weg, bis in allen Hamburger Schulen passgenauer Unterricht für Kinder aller Begabungen entwickelt ist. Aber mit unserem Aktionsprogramm werden wir jetzt die notwendigen Schritte einleiten. Unsere Stadt braucht alle Talente, das gilt auch für besonders begabte und hochbegabte Kinder."

Aufwind für Überflieger

Schulsenator Ties Rabe: "Etwa 2,2 Prozent aller Schülerinnen und Schüler gelten als hochbegabt, rund 15 Prozent als besonders begabt oder besonders leistungsstark. Für diese Schülerinnen und Schüler darf es keine Langeweile im Unterricht geben, erst Recht keine Arbeits- oder Lernverbote. Denn das Lernen im Gleichschritt lässt die bewundernswerten Anlagen dieser Schülerinnen und Schüler verkümmern und führt zu oft zu Frust, Langeweile oder sogar psychischen Beeinträchtigungen. Es ist sicher nicht leicht, den Unterricht auch auf Überflieger auszurichten. Aber viele Beispiele zeigen, dass oft schon ein kleines bisschen Aufmerksamkeit und Phantasie bei der Unterrichtsvorbereitung und im Unterricht große Verbesserungen bringen können.“ Die Schulbehörde hat deshalb die „Beratungsstelle besondere Begabungen" auf sieben Mitarbeiter verstärkt und wird jetzt ein Aktionsprogramm für die Förderung von Kindern mit besonderen Begabungen auf den Weg bringen. Senator Rabe: "Ich freue mich darüber, dass im gestrigen Schulausschuss alle Fraktionen unser erstmals vorgestelltes Aktionsprogramm begrüßt haben." 


Neue Konzepte zur Begabtenförderung entwickeln
Das Aktionsprogramm sieht vor, an allen Hamburger Gymnasien und Stadtteilschulen den Aufgabenbereich "Begabtenförderung" mit einer so genannten Funktionsstelle fest im Kollegium zu verankern. Die entsprechenden Lehrkräfte sollen in ihrer Schule Ansprechpartner für Eltern und Lehrkräfte im Themenbereich Begabtenförderung sein. Sie sollen darüber hinaus in Zusammenarbeit mit der "Beratungsstelle besondere Begabungen" im Landesinstitut der Schulbehörde ein Konzept und Maßnahmen zur Begabtenförderung für die eigene Schule entwickeln. Ties Rabe: "Unser Ziel ist es, an jeder weiterführenden Schule eine Lehrkraft zum Experten für Begabtenförderung zu entwickeln. Für diese Lehrkräfte konzipieren wir jetzt entsprechende Schulungen, die im nächsten Schuljahr organisiert werden sollen." 

Auch in den Grundschulen soll die Begabtenförderung verbessert werden. Seit 2010 bieten 17 Grundschulen im Rahmen des Modellprojektes "Schmetterlingsgrundschulen" Begabtenförderung an. Ties Rabe: "Wir wollen den Schmetterlingsgrundschulen neuen Rückenwind geben. Dazu werden wir jetzt mit allen Schulen Bilanzgespräche führen, die Erfahrungen auswerten und die bestehenden Angebote prüfen. Unser Ziel ist es, mit neuem Schwung die Konzepte weiterzuentwickeln und Verbesserungen auf den Weg bringen." Für die Grundschullehrkräfte sollen im Landesinstitut ebenfalls Fortbildungsangebote entwickelt und im Schuljahr 2014/15 angeboten werden. 

Bestehende Angebote besser nutzen
Ties Rabe: "Schon jetzt bietet Hamburg zahlreiche Förderungsangebote für begabte und hochbegabte Schülerinnen und Schüler an. Zu oft sind die verschiedenen Möglichkeiten aber in den Schulen nicht ausreichend bekannt. Wir wollen gemeinsam mit den künftigen Experten an den Schulen sicherstellen, dass diese Angebote besser genutzt werden." Zu den Angeboten zählen zahlreiche Wettbewerbe, Kursangebote und Experimentierprogramme, die beispielsweise in Zusammenarbeit mit den Universitäten speziell für besonders begabten Schülerinnen und Schüler angeboten werden. Darüber hinaus bietet das Schulgesetz alle Möglichkeiten, begabte Kinder in einzelnen Fächern oder insgesamt eine Schulklasse überspringen zu lassen. Selbst komplette "Springerklassen" werden zurzeit angeboten. Hier absolvieren besonders begabte Kinder den Weg zum Abitur in nur elf statt zwölf Jahren. 

Darüber hinaus soll die Förderung von Begabten und Hochbegabten in der Lehrerausbildung besser verankert werden. Eine entsprechende Schulungseinheit soll künftig zum festen Bestandteil jeder Hamburger Lehrerausbildung werden. 

Eltern besser unterstützen
Hilfesuchende Eltern und Lehrkräfte sollen künftig leichter als bisher Rat bekommen. Ties Rabe: "Die Anhörung hat überdies deutlich gemacht, dass Eltern oft rat- und hilflos sind und auch öfter mit Schulkonflikten zu tun haben. Wir werden deshalb eine Ombudsstelle einrichten. Dort sollen ehrenamtliche Experten beraten und in Schulkonflikten vermitteln." Gemeinsam mit der „Beratungsstelle besondere Begabungen" in der Schulbehörde will die Schulbehörde darüber hinaus die bestehenden Testverfahren für Hochbegabungen prüfen. Ties Rabe: "Wir wollen einen Weg suchen, wie Eltern bei dem begründeten Verdacht auf Hochbegabung ihres Kindes zügiger und einfacher Klarheit bekommen können. In diesem Zusammenhang will die Schulbehörde auch die bestehenden Informationsmaterialien überarbeiten und in größerer Zahl als bisher den Beteiligten zur Verfügung stellen.

 

Rückfragen:
Peter Albrecht, Pressesprecher
Behörde für Schule und Berufsbildung
Tel. (040) 4 28 63 - 2003
E-Mail: peter.albrecht@bsb.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bsb