Laptop-WLAN-Pilotprojekt an sechs Schulen mit über 750 Schülern gestartet

"Start in die nächste Generation": Eigene Laptops, Tablets und Co. im Unterricht

28.01.2015 - Schulsenator Ties Rabe hat offiziell das Laptop-WLAN-Pilotprojekt "Start in die nächste Generation“ an sechs Hamburger Schulen gestartet. Je drei Stadtteilschulen und Gymnasien, verteilt über das ganze Stadtgebiet, beteiligen sich mit 34 Klassen und rund 750 Schülerinnen und Schülern. Im Frühjahr sollen weitere 16 Klassen oder Profile mit 375 Schülerinnen und Schülern beginnen.
Bislang gibt es positive Rückmeldungen von über 1.100 Eltern, nur zwei Eltern haben eine Teilnahme abgelehnt. Schulsenator Rabe: "Das Projekt ist von den Schulen begeistert aufgenommen worden. Das zeigt, wie weit unsere Schulen bei der Nutzung digitaler Lernangebote und Unterrichtsmaterialien bereits sind. Digitale Medien prägen immer stärker unseren Alltag und unsere Berufswelt. Eine Schule, die auf das Leben vorbereiten will, muss sich deshalb diesen Veränderungen stellen und auch das Lernen und den Unterricht verändern. Ich freue mich über die große Unterstützung von Schulen, Eltern, Lehrkräften und Schülern auf diesem Weg. “

Laptop-WLAN-Pilotprojekt an sechs Schulen mit über 750 Schülern gestartet

Beim offiziellen Start in der Stadtteilschule Oldenfelde haben Schülerinnen und Schüler exemplarisch ihre Lernmöglichkeiten vorgestellt, Lehrer gaben Einblicke in ihre Unterrichtsarbeit und auch Eltern bezogen Stellung zum Projekt. Senator Rabe: "Wir haben bei diesem Pilotprojekt sehr darauf geachtet, rechtliche und gesundheitliche Fragen zu klären und alle Anregungen in den Entscheidungsprozess aufzunehmen. Deswegen haben wir großen Wert gelegt auf eine sorgfältige und umfassende Information und Einbeziehung aller Beteiligten, insbesondere der Eltern." Ziel des Projekts "Start in die nächste Generation" ist ein sinnvoller Einsatz von Smartphones, Tablets oder Laptops im Unterricht und an den Schulen. Das Projekt wurde von Senatskanzlei und Schulbehörde gemeinsam entwickelt und wird mit insgesamt 892.000 Euro finanziert.

In einzelnen Klassen und Fächern an drei Stadtteilschulen (Ilse-Löwenstein-Schule/Uhlenhorst, Stadtteilschule Oldenfelde und Schule Maretstraße/Harburg) und drei Gymnasien (Gymnasium Ohmoor/Niendorf, Gymnasium Altona und Gymnasium Osterbek/Farmsen-Berne) sollen Schülerinnen und Schüler künftig ihre eigenen mobilen Computer im Unterricht nutzen und so Tafel, Schulbuch und Schulheft sinnvoll ergänzen. Im Laufe des zweijährigen Projektes können bis zu 1.300 Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen, rund 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen dieser Schulen. 21 Schulen hatten sich für die Teilnahme am Pilotprojekt "Start in die nächste Generation" beworben. Voraussetzung dafür war neben einem Konzept auch das Votum der aus Lehrkräften, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern bestehenden Schulkonferenz. 

Im Rahmen des Projektes geht es einerseits um erweitertes Medienwissen, beispielsweise um Analyse und Bewertung, um Fragen nach dem Urheberrecht oder dem Recht am eigenen Bild oder um Sicherheit in sozialen Netzwerken. Andererseits geht es aber auch darum, die vielfältigen Möglichkeiten von Computern und spezieller Programme im Fachunterricht zu erlernen und einzusetzen. So werden in vielen Fächern spezielle Programme genutzt –Tabellenkalkulation im Mathe-Unterricht, Bildbearbeitung in Kunst, Präsentationssoftware, Sequenzing oder Sampling im Musikunterricht. Zudem werden mithilfe einer grafischen Programmiersprache einfache Steuerungsprogramme entwickelt oder Daten kodiert und dekodiert. Darüber hinaus können auch spezielle Lernprogramme, wie sie beispielsweise von vielen Schulbuchverlagen schon heute angeboten werden, im Fachunterricht sinnvoll eingesetzt werden.

Die am Projekt teilnehmenden Schulen werden umfangreich unterstützt: Eltern, Schülerinnen und Schüler bekommen ausführliche Beratung, Lehrkräfte haben spezielle Fortbildungsangebote bereits genutzt. Am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) wurde ein Fortbildungspaket entwickelt, mit dem die Nutzung digitaler Lernmaterialien – seien es Online-Schulbücher oder spezielle Lernsoftware – unterstützt wird. Für Fragen und einen Erfahrungsaustausch wurde eine Online-Plattform geschaffen. Die teilnehmenden Schulen erhalten neben der erforderlichen WLAN-Ausstattung auch ein Zugangsportal, das allen Richtlinien des Datenschutzes entspricht, sowie einen Internetfilter zur Einhaltung des Jugendmedienschutzes.

Ob und wie das Projekt auf alle Hamburger Schulen übertragen werden kann, wird die begleitende Evaluation durch Prof. Dr. Rudolf Kammerl von der Universität Hamburg, Fakultät Erziehungswissenschaften, zeigen. Dabei handelt es sich um eine Verbindung von formativer Evaluation und forschendem Lernen. Unter anderem ist vorgesehen, dass Lehramtsstudierende im Unterricht hospitieren.

Für Rückfragen der Medien:
Behörde für Schule und Berufsbildung

Peter Albrecht, Pressesprecher
Tel. (040) 428 63 - 2003
E-Mail: peter.albrecht@bsb.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bsb