Aktionsprogramm zur Begabtenförderung angelaufen

Bildungssenator Rabe: „Unsere Stadt braucht alle Talente“
01.12.2015 - Das von Bildungssenator Ties Rabe angekündigte Programm zur Förderung von besonders leistungsstarken und hochbegabten Schülerinnen und Schülern ist angelaufen. An jeder Stadtteilschule und jedem Gymnasium hat jetzt eine Lehrkraft die Aufgabe übernommen, Maßnahmen und Schulkonzepte zur Begabtenförderung zu entwickeln und zu koordinieren sowie Ansprechpartner für Eltern, Schüler und Lehrkräfte zu sein. Begleitend wurden zahlreiche Schulungen und Fortbildungen organisiert. Zudem wurden eine Ombudsstelle für Eltern und Schülerinnen und Schülern eingerichtet und Schüler-Wettbewerbe als Angebot für Leistungsstarke und Hochbegabte ausgebaut.

Aktionsprogramm zur Begabtenförderung angelaufen

Bildungssenator Rabe: „Die Förderung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern muss besser werden. Wir wollen das ändern und die Begabtenförderung in allen weiterführenden Schulen sowie an Grundschulen fest verankern. Es ist sicher noch ein weiter Weg, bis überall passgenauer Unterricht für Kinder aller Begabungen entwickelt ist. Aber mit unserem Aktionsprogramm haben wir jetzt viele Schritte eingeleitet. Unsere Stadt braucht alle Talente, das gilt auch für besonders begabte und hochbegabte Kinder.“

Unterricht für Überflieger

Senator Rabe: „Etwa 2,2 Prozent aller Schülerinnen und Schüler gelten als hochbegabt, rund 15 Prozent als besonders leistungsstark. Durchschnittlich lernt in jeder zweiten Schulklasse ein hochbegabtes Kind, jede Klasse hat im Durchschnitt drei weitere besonders leistungsstarke Kinder. Für diese Schülerinnen und Schüler darf es keine Langeweile im Unterricht geben, erst Recht keine Arbeits- oder Lernverbote. Bei ihnen führt das Lernen im Gleichschritt oft zu Frust, Langeweile oder sogar psychischen Beeinträchtigungen. Es ist sicher nicht leicht, den Unterricht auch auf Überflieger auszurichten. Aber viele Beispiele zeigen, dass oft schon ein kleines bisschen Aufmerksamkeit und Phantasie bei der Unterrichtsvorbereitung und im Unterricht große Verbesserungen bringen können.“

Vor einem Jahr hatte Senator Rabe eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, um leistungsstarke Schülerinnen und Schüler besser zu fördern. So hat an jeder Stadtteilschule und jedem Gymnasium eine Lehrkraft die Aufgabe übernommen, als Koordinator oder Koordinatorin Maßnahmen und Schulkonzepte zur Begabtenförderung zu entwickeln und Ansprechpartner für Eltern, Schüler und Lehrkräfte zu sein. Die 132 beteiligten Lehrkräfte wurden am Landesinstitut für Lehrerbildung im Gesamtumfang von über 2.900 Fortbildungsstunden besonders geschult. Alle Grundschulen und Stadtteilschulen verfügen bereits über individuelle Förderkonzepte, die Gymnasien sollen bis zum Frühjahr entwickelt haben. Die Förderkonzepte und weiteren Maßnahmen werden künftig unter anderem in jährlichen Gesprächen mit den Schulaufsichten reflektiert und weiterentwickelt.

Wettbewerbe bieten zusätzliche Lernangebote

Bildungssenator Rabe: „Entscheidend ist, dass es uns darüber hinaus gelingt, im Unterricht und über den Unterricht hinaus zusätzliche Lernangebote zu verankern. Deshalb bieten Schulbehörde, Universitäten und Stiftungen mittlerweile 67 spannende und herausfordernde Schüler-Wettbewerbe, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. 32 Wettbewerbe richten sich zielgerichtet an leistungsstarke, besonders begabte und hochbegabte Schülerinnen und Schüler. 25 weitere Wettbewerbe bieten ein gestaffeltes Anforderungsniveau. Die Teilnahme von Hamburgs Schülerinnen und Schüler nimmt stetig zu und stieg allein im letzten Schuljahr um rund 20 Prozent. Dabei konnten Hamburgs Schülerinnen und Schüler mehrfach auf Bundesebene den Sieg erringen.“

Bekannte Wettbewerbe sind zum Beispiel im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich der Känguru-Wettbewerb, die Mathematik-Olympiade, der Wettbewerb „natex“ oder „Jugend forscht“. Im Bereich Sprache und Literatur gibt es unter anderem den Bundeswettbewerb Fremdsprachen oder den Schreibwettbewerb „Klassensätze“. Weitere Wettbewerbe sind zum Beispiel der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten oder „Jugend debattiert“. Darüber hinaus bieten die Volkshochschule und die Universität Hamburg spezielle Förderangebote für Leistungsstarke oder Hochbegabte an.

Auch die Fort- und Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte wurden deutlich ausgebaut. Im Schuljahr 2014/15 wurden bislang schon 76 Fortbildungsveranstaltungen organisiert. Nahmen im Schuljahr 2013/14 noch 713 Lehrkräfte an den einschlägigen Fortbildungen teil, so waren es im letzten Schuljahr bereits 1.681. Im Rahmen des Referendariats werden angehende Lehrkräfte jetzt ebenfalls in einem besonderen Unterrichtsmodul auf das Thema vorbereitet.

Mehr Hilfe und Information

Zusätzlich hat die Schulbehörde auf Landesebene eine Ombudsstelle für alle Fragen rund um das Thema Hochbegabung eingerichtet. Ombudsfrau Edda Georgi berät Eltern und Schülerinnen und Schüler und hilft auch bei Konflikten. Die Erzieherin und Dipl. Sozialpädagogin ist seit 2011 im Vorstand des „Netzwerkes für Begabtenförderung e. V.“ und der „Landesarbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendkultur“ tätig. Ihre Beratungen sind kostenlos und vertraulich. Um Eltern besser zu informieren, wurde neues Informationsmaterial entwickelt und an allen Schulen verteilt. Darin werden die Eltern über alle Beratungs- und Diagnostikmöglichkeiten, Fördermöglichkeiten in Unterricht und Schule sowie die Intelligenzdiagnostik informiert.

Gesteuert und begleitet wird das Hamburger Konzept zur schulischen Begabtenförderung von der „Beratungsstelle besondere Begabungen“ BbB im Landesinstitut für Lehrerbildung. Sie steuert die Kampagne, organisiert die Fortbildungen und berät und unterstützt Schulen, Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler bei Fragen der Begabtenförderung. Die BbB verfügt über sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Beratungsstelle besondere Begabungen (BbB)
www.li.hamburg.de/bbb

Schüler-Wettbewerbe
www.hamburg.de/wettbewerbe

Ombudsstelle besondere Begabungen
www.hamburg.de/ombudsstelle-besondere-begabungen/

Mehr Informationen zum Aktionsprogramm Begabtenförderung: www.li.hamburg.de/begabung


Ansprechpartner für die Medien:
Behörde für Schule und Berufsbildung
Peter Albrecht, Pressesprecher
Tel. (040) 428 63-2003
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