Gelingende Integration durch Bildung: Schulen erhalten Unterrichtsmaterial und Fortbildungen

Materialordner online und gedruckt an alle Schulen – Aktuell rund 7.200 geflüchtete Kinder und Jugendliche in Hamburger Vorbereitungsklassen

06.04.2016 - Unter der Überschrift „Miteinander leben – Grundrechte vertreten – Gesellschaft gestalten“ hat die Schulbehörde Materialien entwickeln lassen, um Schulen, Lehrkräfte und alle Interessierten beim Unterricht von geflüchteten Kindern und Jugendlichen gezielt zu unterstützen. Mit konkreten Beispielen für die tägliche Unterrichtspraxis werden das Zusammenleben und das gesellschaftliche Miteinander unseres Landes erlern- und erlebbar gemacht. Die Materialien stehen jetzt vollständig zum Download für den Unterricht zur Verfügung und werden zusätzlich gedruckt als Materialordner an alle Schulen versandt.

Landesinstitut, Hamburger Umweltschulen, Preisverleihung, Auszeichnung international

vergrößern Cover des Materialordners Wertebildung: Miteinander leben – Grundrechte vertreten – Gesellschaft gestalten (Bild: LI Hamburg, fotolia.com,Trueffelpix) Die neue Handreichung richtet sich an Lehrkräfte in Vorbereitungsmaßnahmen für geflüchtete Kinder und Jugendliche und möchte praktische Unterstützung für die alltägliche Unterrichtspraxis geben und Wege ebnen, den geflüchteten und neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen die Regeln und Werte unseres Landes erlebbar – durch konkrete Erfahrung im schulischen Alltag – zu vermitteln. Die Materialien (insgesamt über 400 Seiten) geben Anregungen dazu, mit den Schülerinnen und Schülern in den verschiedenen Formen der Vorbereitungsmaßnahmen zur Wertebildung zu arbeiten, die Orientierung an Normen zu verdeutlichen und gemeinsam zu reflektieren. Die Materialien sind als ein offenes Angebot zu verstehen.

Mehr Informationen und Download: www.li.hamburg.de/wertebildung


Aktuell fast 7.200 geflüchtete Kinder und Jugendliche in Vorbereitungsklassen

Mit Stand 1. April 2016 werden in Hamburg insgesamt 7.170 geflüchtete Kinder und Jugendliche unterrichtet, davon 1.635 in 109 Lerngruppen in Zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen (ZEA) und 5.535 in 428 Vorbereitungsklassen an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen.


Sprache und Bildung sind Schlüssel zur Integration der Flüchtlinge in unserer Gesellschaft

Schulsenator Ties Rabe: „Schlüssel zur Integration der Flüchtlinge in unserer Gesellschaft sind Sprache und Bildung. Ich freue mich sehr darüber, mit welchem großen Engagement Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogisches und nicht pädagogisches Personal an den Schulen diese wichtige Aufgabe der Integration durch Bildung angenommen haben. Bei zahlreichen Schulbesuchen habe ich einen sehr persönlichen Eindruck von dieser Arbeit bekommen. Ich bin sicher: Das ist der richtige Weg zur Integration. Die vom Landesinstitut erarbeiteten Materialien unterstützen Schulen und Lehrkräfte sehr gut in der Vermittlung der Regeln und Werte unseres Landes.“

Hamburgs Schulen können sich dabei auf ihre guten Erfahrungen und Kompetenzen stützen: Fast die Hälfte der Hamburger Schülerinnen und Schüler hat Migrationshintergrund, mehr als in jedem anderen Bundesland. Und gerade unter diesen besonderen Rahmenbedingungen gelingt es den Schulgemeinschaften jeden Tag, gute Bildung und soziales Miteinander in den Schulen zu verbinden und jungen Menschen den Weg in Studium, Beruf und Leben zu ebnen.


Vermittlung gesellschaftlicher Orientierung und Werte im Fokus

Senator Rabe: „Die Schulbehörde unterstützt die Lehrkräfte bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe. Mehrere Hundert Lehrkräfte und Sozialpädagogen sind bislang eingestellt worden, um Kinder und Jugendliche aus den Flüchtlingsunterkünften gut zu unterrichten, weitere werden in den nächsten Wochen und Monaten folgen. Fachleute aus dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) haben vielfältige Unterrichtsmaterialien und Fortbildungsmodule entwickelt. Dabei geht es in erster Linie um Sprachunterricht und Lebensorientierung. Beides gehört untrennbar zusammen, wenn Integration gelingen soll. Unsere Gesellschaft gründet auf der Gleichberechtigung von Mann und Frau, auf religiöser Toleranz, auf Glaubens- und Meinungsfreiheit, auf Solidarität, Gewaltlosigkeit und dem politischen Diskurs einer gelebten Demokratie. Die Vermittlung gesellschaftlicher Orientierung und Werte ist Teil eines gelungenen Integrationsprozesses.“


Für Rückfragen der Medien:
Behörde für Schule und Berufsbildung
Peter Albrecht, Pressesprecher
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