22./23. 4.16: Kontraste, Verflechtung und Abgrenzung

Deutsch-deutsche Nachkriegsgeschichte im Unterricht
Seit der friedlichen Revolution und der deutschen Wiedervereinigung sind mehr als 25 Jahre vergangen. Die Frage nach der Einordnung der DDR-Geschichte in die Nachkriegsgeschichte ist für Lehrkräfte und Multiplikatoren immer wichtiger. Aber wie behandelt man das Thema im Unterricht? Die bundesweite Konferenz für Lehrkräfte und Multiplikatoren soll die Akteure ermutigen, die DDR-Geschichte im Schulunterricht stärker zu thematisieren und Hilfestellungen zur Vermittlung dieses wichtigen Kapitels der deutschen Geschichte mit auf den Weg geben.

Deutsch-deutsche Nachkriegsgeschichte als Gegenstand des Schulunterrichts - Tagungsprogramm und Fax-Anmeldung

vergrößern Titelbild des Programmheftes Fachtagung Schulmusik 2016 (Bild: Landesinstitut; Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung: Uwe Gerig (Nr. 687), Klaus Mehner (Nr. 89), Harald Schmitt (Nr. 71 und St_0482)) Wie lässt sich die deutsche Nachkriegsgeschichte mit ihrem  Spannungsverhältnis von Demokratie und Diktatur einerseits, den vielfältigen Formen von Abgrenzung und Verflechtung andererseits ins Klassenzimmer bringen? Sollten die Kontraste oder die asymmetrische Beziehungsgeschichte im Zentrum der Betrachtung stehen? Welche Ursachen lassen sich für den weltweit überraschenden Zusammenbruch des Kommunismus identifizieren? Wie sinnvoll ist ein Vergleich von NS- und SED-Diktatur?

Die Geschichte der SED-Diktatur bietet großes Unterrichtspotenzial

Mit vielfältigen Konzepten haben Fachdidaktik, Schulverwaltungen und Unterrichtspraxis auf die Herausforderung reagiert, diese Fragen im noch virulenten Prozess der Aufarbeitung und der gesellschaftlichen Selbstvergewisserung zu vermitteln. In der Wissenschaft gibt es mittlerweile einen Konsens über die Bewertung der DDR-Geschichte.
Dieser Konsens hat sich – anders als in der Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus – in der Gesellschaft bis heute noch nicht durchgesetzt. Zwischen Relativierung und Skandalisierung, zwischen historischer Vermittlungsarbeit und politischer Gegenwartsorientierung bietet die Geschichte der SED-Diktatur und deutschen Teilung Lehrkräften ungeheure
Potenziale im Hinblick auf Kontroversität, Multiperspektivität und Schülerorientierung.

Die Konferenz des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg und der Bundesstiftung Aufarbeitung ist eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte und andere Multiplikatoren.
Es sollen sowohl methodisch-inhaltliche als auch unterrichtspraktische und didaktische Dimensionen diskutiert werden. In den beiden Workshop-Phasen erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene Ansätze und Konzepte vorzustellen und zu diskutieren.

Weitere Informationen:
Dr. Helge Schröder
Tel.: 42 88 42-565
E-Mail: helge.schroeder@li-hamburg.de

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