Veranstaltungen

Junge Erwachsene in einer Schulungssituation
© Gino Crescoli auf Pixabay

Sie lesen den Originaltext

Vielen Dank für Ihr Interesse an einer Übersetzung in leichte Sprache. Derzeit können wir Ihnen den Artikel leider nicht in leichter Sprache anbieten. Wir bemühen uns aber das Angebot zu erweitern.

Vielen Dank für Ihr Interesse an einer Übersetzung in Gebärden­sprache. Derzeit können wir Ihnen den Artikel leider nicht in Gebärdensprache anbieten. Wir bemühen uns aber das Angebot zu erweitern.

Workshops

Freitag, 09. Oktober 2026

17.30–19.00 Uhr

2-01 | Das diFF-Projekt – Ein Projekt zum diagnosebasierten individualisierten Fordern und Fördern

alle Schulformen – primär Lehrkräfte der Klassenstufen 3–6

Im Workshop wird das diFF-Projekt zum selbstregulierten, forschenden Lernen im Rahmen der Bund-Länder-Initiative Leistung macht Schule (LemaS) vorgestellt, wo Schüler:innen in ihren individuellen Begabungen und Interessen herausgefordert und in ihren persönlichen Lernstrategien gefördert werden. Dabei wird zunächst die wissenschaftliche, theoretische Basis der Lernarchitektur erläutert, die dann einen Übertrag in die schulische Praxis erfährt. Hierbei werden konkrete Materialien, die im Projektkontext zum Einsatz kommen, näher betrachtet und gemeinsam mit den Teilnehmenden erprobt und auf ihren Nutzen für die eigene Schulpraxis hin diskutiert.

Christoph Busch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-Projekt LemaS-Transfer (diFF), Universität Münster, Internationales Centrum für Begabungsforschung (ICBF)

Krischan Haferbecker, LemaS-Multiplikator und Fachkraft für Begabtenförderung an der Stadtteilschule Kirchwerder

2-02 | Künstliche Intelligenz in der schulischen Begabtenförderung – Impulse für neue Fördermöglichkeiten

alle Schulformen

Künstliche Intelligenz (KI) erweitert individuelle Fördermöglichkeiten für (hoch)begabte Schüler:innen und eröffnet neue Möglichkeiten für selbstgesteuertes Lernen. Grund dafür ist eine besondere Passung zwischen Lernmerkmalen hochbegabter Schüler:innen und den Anwendungsmöglichkeiten von KI. Mithilfe von KI-Tools kann individuelles Lernen flexibel und auf die persönliche Lerntiefe sowie -geschwindigkeit abgestimmt werden. Sie lassen sich in Drehtüren, Enrichmentgruppen und im regulären Unterricht einsetzen, um anregende Lernarrangements zu schaffen. Neben Ideen werden konkrete Materialien zur Förderung der Begabungen von Schüler:innen zur Verfügung gestellt, die von den Teilnehmenden sofort eingesetzt werden können.

Dr. Olaf Steenbuck, Karg-Stiftung, Programmleitung Schule

Andreas Terfloth, BbB am LI Hamburg, LemaS-Netzwerkkoordinator

2-03 | Das Vorlesegespräch im Unterricht – literarisches Lernen

Grundschulen

Das Vorlesegespräch nach Kaspar H. Spinner ist eine didaktische Methode im Deutschunterricht zur gemeinsamen Texterschließung. Dabei wird ein Text abschnittsweise vorgelesen und durch gezielte Gesprächsphasen ergänzt. Die Lehrperson arbeitet auf Grundlage einer Planungshilfe, die den Ablauf und mögliche Impulsfragen strukturiert. Sie berücksichtigt dabei methodisch-didaktische Hintergründe, wie die Aktivierung von Vorwissen und die Förderung literarischen Verstehens. Außerdem steuert sie das Gespräch durch offene Fragen und unterstützt die Schüler:innen beim Deuten des Textes. Die Lernenden beteiligen sich aktiv, indem sie ihre Gedanken, Vermutungen und Interpretationen äußern. So wird ein vertieftes Textverständnis sowie die sprachliche und literarische Kompetenz gefördert.

Nach der Präsentation der Methode bereiten wir in Kleingruppen mit einer Planungshilfe ein Vorlesegespräch für den Unterricht vor und reflektieren die Arbeit anschließend. Dieses Vorlesegespräch kann dann direkt im Unterricht eingesetzt werden.

Michaela Riddle, LemaS-Multiplikatorin und FBF an der Grundschule Lemsahl-Mellingstedt

2-04 | Deeper Learning im Wahlpflichtbereich

Weiterführende Schulen – SEK I

Beim Deeper Learning geht es darum, dass Lernende nicht nur Wissen erwerben, sondern auch in der Lage sind, dieses Wissen in realen Situationen anzuwenden. Es fördert Fähigkeiten wie kritisches Denken, kreatives Problemlösen, Kommunikation und Zusammenarbeit. Diese Kompetenzen sind entscheidend, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen und sich in einer zunehmend komplexen Welt zurechtzufinden.

Nach einer kurzen Einführung in die Materialien zu Deeper Learning zeigt der Referent beispielhaft Chancen und Möglichkeiten auf, wie man solche Unterrichtsvorhaben im Wahlpflichtbereich fächerübergreifend planen und durchführen kann. Sie entwickeln erste Umsetzungsideen.

Anforderung: Die Teilnehmenden benötigen ein internetfähiges Endgerät.

Thomas Schamp, Lehrkraft am Gymnasium Ohmoor in Hamburg, Schulentwicklungsberater

2-05 | Begabungs- und Begabtenförderung in einer offenen Lernlandschaft

Weiterführende Schulen – SEK I

In diesem Workshop wird das Unterrichten in einer offenen Lernlandschaft nach dem Deeper Learning Konzept vorgestellt. Hierbei geht es um das selbstgesteuerte Lernen in einer Unterrichtseinheit mit 4fach Differenzierung, die Einbindung von komplexen Ersatzaufgaben durch Compacting und den Abschluss durch ein authentisches Lernprodukt. Zudem geht der Referent darauf ein, wie Sie nach den Vorgaben einer komplexen Aufgabe, die verschiedene Begabungen anspricht, selbst authentische Lernprodukte erstellen können.

Dr. Timo Hackemann, LemaS-Projektkoordinator und FBF am Campus Kieler Straße

2-06 | Lerncoaching bei Prüfungsangst und zur Prüfungsvorbereitung

alle Schulformen

Lerncoaching erweitert das Handlungsspektrum von Lehrpersonen. Im Lerncoaching wird insbesondere auf das subjektive Erleben der Lernenden eingegangen. Das gibt die Basis für eine individuell passende Unterstützung der Schüler:innen – sowohl auf lernstrategischer Ebene als auch bei emotional-motivationalen Schieflagen.

Für beide Arbeitsrichtungen zeigt der Workshop exemplarische Vorgehensweisen anhand der Themen Prüfungsvorbereitung und Prüfungsangst. Beides sind Anlässe, zu denen Lerncoaching pragmatische Ideen für die Lernbegleitung gibt.

Der Workshop knüpft ans Vorjahr an. Dennoch sind keine Vorkenntnisse nötig.

Torsten Nicolaisen, universitär zertifizierter Coach, universitär zertifizierter Trainer für pädagogisches Coaching; Arbeitsschwerpunkte: Konzeption und Durchführung von (Lern-)Coaching-Ausbildungen, Organisations- und Schulentwicklung, Selbstkompetenz-Trainings; Geschäftsführer von Nicolaisen & Partner

2-07 | Hochbegabung: die Rolle der exekutiven Funktionen (EF)

alle Schulformen

Gut ausgebildete exekutive Funktionen zeigen sich auf der Verhaltensebene in einer guten Selbstregulation und haben neben der Wichtigkeit für kognitive Lernprozesse ebenfalls einen großen Einfluss auf die emotional-soziale Entwicklung. Trotz des großen Potentials, welches Studien klar aufzeigen, sind die EF im Schulkontext oftmals noch wenig bekannt.

Im Workshop werden die EF beleuchtet sowie deren Rolle für die Potenzialentwicklung diskutiert. Dabei werden wir in Selbsterfahrung sowohl unsere EF „testen“ als auch Fördermöglichkeiten kennenlernen. Anhand eines Fallbeispiels wollen wir uns anschauen, welchen zusätzlichen Erklärungswert die Erfassung der exekutiven Funktionen im Rahmen einer Potenzialanalyse besitzen kann.

Dr. Katrin Lehnert, Schulpsychologische Beratung (ReBBZ), Lehrbeauftragte Universität Hamburg

Dorothee Spengler, Einzelfallberatung und Diagnostik (BbB, ReBBZ)

2-08 | Kommunikation in der Begabungsförderung – Gespräche führen, Ziele entwickeln, Potenziale entfalten

Weiterführende Schulen

Der Workshop vermittelt zentrale Kommunikationstechniken für die Begabungsförderung im schulischen Alltag. Im Fokus steht, wie im Gespräch mit begabten Schüler:innen, ihren Eltern sowie Kolleg:innen Missverständnisse reduziert, Anliegen klar formuliert, Perspektiven wertschätzend gehört und gemeinsame Ziele entwickelt werden können. Darüber hinaus lernen die Teilnehmenden spezifische Methoden kennen, um in einen vertiefenden und anregenden Austausch mit Jugendlichen über ihre Begabung und die Entwicklung ihrer Potenziale zu treten.

Der Workshop verbindet praxisnahe Übungen mit Reflexion und Austausch.

Nadine Kösters, M. Sc. Psychologin

2-09 | Begabtenförderung mit dem Konzept des Growth Mindset

alle Schulformen

Wie kann ein Growth Mindset in nur 90 Minuten konkret erlebbar werden?
Dieser Workshop zeigt, wie das Konzept Growth Mindset die Begabtenförderung unmittelbar verändern kann. Nach einer kurzen Einstimmung und Reflexion unserer eigenen Mindsets nehmen wir Mythen rund um Growth Mindset, Begabung und Leistung kritisch in den Blick. Wir entwickeln zusammen Handlungsoptionen für anspruchsvolle Situationen – nicht nur bei „Leistungstiefs“. Am Beispiel von Fehlertypen wie dem „Lieblingsfehler“ wird Growth Mindset praktisch greifbar. Wir arbeiten daran, Denkebenen sichtbar zu machen und durch gezielte (auch sprachliche) Impulse aus dem Konzept die kognitive Aktivierung anzuregen. 
Mithilfe des Konzepts gewinnen wir Ideen für eine Feedbackkultur, die noch stärker als bisher das Lernen fördert (statt Leistung spiegelt). Dieser Workshop ist für alle offen.

Jana Pikora, LemaS-Netzwerkkoordinatorin in LIF26 und Fortbildnerin in LIF22 (Sonderpädagogik und individuelle Förderung) am LI Hamburg

2-10 | Underachievement erkennen und wirksam begleiten

alle Schulformen – Beratungspersonen und Lehrkräfte

Underachievement hat viele Gesichter. Es gibt keine Standardlösung, um dem Phänomen zu begegnen. Lehrkräfte stellt das vor besondere Herausforderungen – sowohl im Erkennen wie auch in einem konstruktiven Umgang damit. Aber es kann gelingen, wenn sich Kolleg:innen gegenseitig unterstützen und wissen, wie sie weitere Hilfesysteme aktivieren können.

Der Workshops bearbeitet, wie Lehrkräfte Underachievement erkennen und wie sie mit hochbegabten Underachiever:innen umgehen können. Die Referentin stellt dabei auch präventive Aktivitäten vor, die den Schüler:innen im schulischen Kontext helfen können. Anhand von Fallbeispielen geht es darum das Ursachenbündel im Einzelfall zu verstehen und gemeinsam ins Gespräch darüber zu kommen, wie hochbegabte Underachiever:innen ihre Lern- und Leistungsmotivation wiederfinden, ein positives Selbstkonzept aufbauen und ihr Potenzial wieder abrufen können.

Ein weiterer Bestandteil des Worskhops wird der Umgang mit fortgeschrittenem Underachievement sein, welches unter Umständen ein interdisziplinäres Zusammenspiel braucht. Wie kann das System Schule damit umgehen, wenn Underachievement mit einem hohen individuellen Leidensdruck verbunden ist? Wer kann mit ins Boot geholt werden? Zur Bearbeitung dieser Fragen werden verschiedene Unterstützungssysteme und -möglichkeiten angesprochen, die Lehrkräfte in ihrem Engagement für Underachiever:innen stärken können.

Dr. Miriam Lotze, Karg-Stiftung, Programmleitung Schule

2-11 | Hochsensibel und besonders begabt – ein Modephänomen?

alle Schulformen

Hochsensibilität scheint ein „Modephänomen“ zu sein: Ratgeber zum Thema sind in jeder Buchhandlung zu finden. Aber was steckt eigentlich aus psychologischer Perspektive hinter diesem Merkmal? Ist Hochsensibilität wirklich eine Superkraft und wie hält das Persönlichkeitsmerkmal Einzug in bildungswissenschaftliche Kontexte?

Gemeinsam werden wir uns einigen Mythen über Hochsensibilität widmen und aufklären, was aktuelle Studien zu den Potenzialen hochsensibler Kinder und Jugendlicher sowie zu ihren besonderen Bedürfnissen sagen. Nach dieser Einordnung werden wir Implikationen für die Gestaltung von Lernumgebungen ableiten und diese kritisch hinterfragen.

Der Workshop bietet eine wissenschaftliche Einordnung des Begriffs Hochsensibilität und unterstützt Sie bei der Gestaltung potenzialorientierter Lernumgebungen.

Malina Spieker, Doktorandin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster, AG: Individuelle Förderung und Begabungsforschung

2-12 | Potenzialentfaltung durch Schülerpartizipation – das Schülerpaten-Modell in Schleswig-Holstein

Lehrkräfte an weiterführenden Schulen

Schülerpartizipation bedeutet, dass Schüler:innen aktiv an Entscheidungen und Gestaltungen in ihrer Schule beteiligt werden. Das Schülerpaten-Modell in SH ist eine deutschlandweit einzigartige Form, Schülerpartizipation nachhaltig und innovativ im Schulalltag umzusetzen. Schüler:innen bekommen die Möglichkeit, an ihren Schulen selbständig Angebote zu erarbeiten – AGs, Workshops oder Exkursionen etwa – und so das Schulleben aktiv und im Sinne ihrer eigenen Potenzialentfaltung zu gestalten. Ein weiterer möglicher Bereich der Schülerpatenarbeit umfasst Beratungs- und Coaching-Angebote im Peer-to-Peer-Prinzip. Die Schüler:innen in SH erhalten eine Ausbildung, die ebenfalls dem Peer-to-Peer-Prinzip folgt, um sie in die Lage zu versetzen, an ihren Schulen wirksam zu werden.

Teilnehmende können in diesem Workshop Einblicke in die Umsetzung des Schülerpaten-Modells in SH erhalten und Inspirationen für Schülerpartizipation an der eigenen Schule sammeln. Es werden auch Schülerpat:innen aus SH zugegen sein, um selbst Auskunft über ihre Arbeit zu geben.

Dr. Franz Schorsch, Koordination Schülerpatenmodell, LemaS-Netzwerkkoordination, Enrichment-Verbundleitung, Springerförderung SH