Geschlechtsspezifische Gewalt

Geschlechtsspezifische Gewalt

gegen Frauen und Mädchen

 

 

Häusliche Gewalt

Schaust du hin?

Schaust du hin? Jede vierte Frau in Deutschland ist von häuslicher Gewalt betroffen, doch diese Gewalt, sei sie psychisch oder physisch, wird oft verschwiegen und bleibt deshalb unbemerkt. Um die Gesellschaft für dieses Thema zu sensibilisieren und den Opfern zu helfen, wurde im Rahmen der Kampagne "Schaust du hin?" vom Verein TERRE DES FEMMES ein Kurzfilm gedreht, der auf häusliche Gewalt aufmerksam machen soll. Diesen Kurzfilm und weitere Informationen finden Sie unter youtube.com und auf schaust-du-hin.de

Die "Istanbul-Konvention"

Am 1. Februar 2018 ist die "Istanbul-Konvention", d.h. das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, in Deutschland in Kraft getreten.
In 81 Artikeln wird die Verpflichtung  Deutschlands beschrieben, sich auf allen staatlichen Ebenen dafür einzusetzen, Gewalt gegen Frauen zu verhindern und die Gleichstellung von Frau und Mann zu stärken. Bürgerinnen und Bürger können etwaige Klagen vor deutschen Gerichten direkt auf die Bestimmungen der Konvention stützen. Weitere Informationen

Zwangs- und Frühverheiratung

Erhöhte Gefahr vor den Sommerferien

vergrößern Zwangs- und Frühverheiratung (Bild: COLOURBOX )

Zwangs- und Frühverheiratung sind ein Verstoß gegen die Menschenrechte und gegen das Grundgesetz.

Unter „frühe Heirat“ oder „Kinderheirat“ versteht sich eine „Ehe“, in der mindestens einer der Personen noch keine 18 Jahre alt ist.

Zwangsverheiratung ist in Deutschland ein Straftatbestand. Er liegt vor, „wenn mindestens einer der Eheleute durch die Ausübung von Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zum Eingehen einer formellen oder informellen - d.h. durch religiöse oder soziale Zeremonie geschlossen - Ehe gezwungen wird und mit seiner Weigerung kein Gehör findet oder es nicht wagt, sich zu widersetzen.“ (siehe https://www.hamburg.de/zwangsheirat/)

Zwangsheirat kommt in vielen Kulturkreisen vor und resultiert aus einer patriarchalen Gewaltstruktur. Davon sind eher junge Frauen betroffen oder bedroht, aber es gibt auch junge Männer.

Das Thema gewaltfreie Partnerschaft sowie das Recht auf Selbstbestimmung sind wichtiger Teil der Sexualerziehung und der Sozial- und Rechtserziehung.

Werden in der Schule erste Anzeichen für eine drohende Zwangsheirat erkannt, so sollte das pädagogische Personal den Schülerinnen und Schülern frühzeitig adäquate Hilfe anbieten.

Dabei können der schulinterne Beratungsdienst bzw. die Beratungslehrkraft sowie die BeOS-Fachkräfte unterstützen — auch unter Einbeziehung von Sprach- und Kulturmittler_innen.

Bei Bedarf sollten weitere Unterstützungsangebote in Anspruch genommen werden wie der  Arbeitsbereich Sexualerziehung und Gender am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI), die Beratungsstelle Gewaltprävention, die Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) bzw.  das Beratungszentrum berufliche Schulen (BZBS).

Spezialisierte Beratungsstellen wie verikom – i.bera oder LÂLE IKB e.V. bieten

Beratung für Mädchen und Jungen ab 14 Jahren, die von einer Zwangsheirat betroffen oder bedroht sind. Die vertrauliche und kostenlose Beratung findet bei Bedarf in den Herkunftssprachen statt und auch außerhalb der Beratungsstellen. 

TERRE DES FEMMES weist in einer bundesweiten Kampagne auf die Problematik Zwangs- und Frühverheiratung während der Sommerferien hin und wendet sich mit der Internetseite stop child marriage  und der  Broschüre zu Zwangsheirat an Mädchen.

PAPATYA bietet Schutz und Hilfe für Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund, die aufgrund kultureller und familiärer Konflikte von zu Hause flüchten wollen und die Angst haben, dass ihre Familien sie verfolgen und bedrohen. Mit ihre Präventionskampagne und dem gleichnamigen kurzen Film #HolDirHilfe wollen sie alle ermutigen, die von Zwangsheirat und Verschleppung bedroht sind, sich rechtzeitig Hilfe zu holen.

Zwangsheiraten in unserer Gesellschaft kann im Unterricht entlang Themen wie Macht- und Familieninteressen, freier Wille und Glück aufgegriffen werden. Hierzu eine Buchempfehlung: "Das geraubte Glück" von Rukiye Cankiran, erschienen in der Schriftreihe der Bundeszentrale für politische Bildung.

Weibliche Genitalverstümmelung

 

vergrößern Kooperations- und Unterstützungsmöglichkeiten bei Weiblicher Genitalverstümmelung Möglichkeiten interdisziplinärer Fallzusammenarbeit (Bild: FHH)

Möglichkeiten interdisziplinärer Fallzusammenarbeit

In dieser Fachveröffentlichung des überbehördlichen „Hamburger Runden Tisches gegen Genital-verstümmelung“ wird die Notwendigkeit der inter-disziplinären Fallzusammenarbeit betont, um Zitat: „… Risikofälle frühzeitig durch den Austausch von Informationen zwischen den beteiligten staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen/Institutionen zu identifizieren.“

Die Fachveröffentlichung richtet sich […] an Fachkräfte in den Unterstützungssystemen […], aber auch in Schule, Kinder- und Jugendhilfe, […],  sowie an Fachkräfte aus den Community Gruppen. Sie gibt einen Überblick und Informationen über Handlungsmöglichkeiten der jeweiligen Berufsgruppen und zeigt […] wichtige Schnittstellen und Kooperationspartner innerhalb der Interventionskette auf.  Fachveroeffentlichung-genitalverstuemmelung.pdf

Loverboy-Methode – Mädchenhandel erkennen und verhindern

Unter dem Link https://www.frauenrechte.de/unsere-arbeit/themen/frauenhandel/maedchenhandel erhalten Lehrkräfte und gefährdete Mädchen hinreichende Informationen zur Loverboy-Methode, die von Mädchenhändlern auch in Hamburg immer häufiger angewendet wird. Die Aufklärungsinformationen helfen Gefährdungen zu erkennen und nötige Hilfe anzubieten. Zusätzlich ist der von Terre des Femmes entwickelte Flyer für Betroffene hier kostenfrei runterzuladen: https://www.frauenrechte.de/images/downloads/maedchenhandel/Flyer_TDF_Maedchenhandel-2018.pdf Weitere Hinweise zu dem Thema gibt es bei „Sperrgebiet“, der diakonischen Beratungsstelle für Prostituierte http://www.sperrgebiet-hamburg.de/zuhaelter.html

Gleichberechtigt leben in Deutschland

Der Erklär-Film "Gleichberechtigt leben in Deutschland" von Terres des Femmes informiert insbesondere geflüchtete Frauen (und Männer) über ihre Rechte und das Verbot von Gewalt gegen Frauen in Deutschland . Im Film wird neben häuslicher Gewalt, Zwangsheirat und anderen Gewaltformen gegen Frauen auch die Freiheit, sich für eine der vielen möglichen Lebensformen zu entscheiden, thematisiert. Altersempfehlung ab 14 Jahre

„Hamburg hilft und stärkt Frauen nach Gewalterfahrungen“

Die Zahl der Frauen, die unter Gewalt in ihrer Partnerschaft leiden, ist anhaltend hoch. Doch es gibt Auswege. Der Film der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) will Mut machen, Hilfe anzunehmen. Wer in Hamburg wie hilft, das zeigt ein 9minütiger Film.

Der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.

hat auf seiner aktuellen und gut strukturierten Homepage weiterführende Informationen und Hilfestellungen zum Thema ‚Häusliche Gewalt‘ zusammengestellt, die sich neben hilfreichen rechtlichen Grundlagen vor allem auch mit folgenden Fragen auseinandersetzen:  
Was genau kann als häusliche Gewalt gelten?
Welche Ursachen gibt es?
Wo finden Opfer von Gewalt in Familien Hilfe?
Hier geht es zur Internetseite .

Informationen und Hilfe zum Thema Gewaltprävention / Kinderschutz

finden Sie hier: https://www.hamburg.de/schwerpunkte/kinderschutz/

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an sexualerziehung-gender@li-hamburg.de