Religion

Im Religionsunterricht kommen wir mit den Schülerinnen und Schülern über existenzielle Fragen ins Gespräch. Wir weiten gemeinsam unseren Blick, schauen auf uns und unsere Mitmenschen und gehen auf Spurensuche nach dem Göttlichen in der Welt.

Religion

Der Religionsunterricht beinhaltet auch den Erwerb von Sachwissen. Aber eben nicht nur. Es geht um eine individuelle Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen und um den Dialog mit den Mitschülerinnen und Mitschülern. Als Lehrkräfte haben wir die Aufgabe Erfahrungsräume zu öffnen und Dialogprozesse zu initiieren. Das gelingt nur, wenn eine vertraute Atmosphäre im Klassenraum herrscht. Ein Mindestmaß an Vertrauen und Offenheit einander gegenüber ist notwendig, um sich auf die Themen einlassen zu können und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dafür bedarf es auch bewertungsfreier Räume und transparente Bewertungskriterien, die erkennen lassen, dass nicht die Person und ihre Einstellungen bewertet werden.

Wie kann uns das im Hybridunterricht gelingen? Welche Unterrichtsphasen können wir in die Distanz verlagern und für welche benötigen wir die gemeinsame Präsenz im Klassenraum? Wie sind wir ansprechbar und wie geben wir Rückmeldung?


Dazu einige Thesen und Ideen::

  • Nicht die Sache steht im Vordergrund, sondern die Schülerinnen und Schüler!
    • Den Präsenzunterricht mit einer Austauschrunde beginnen: Wie ging es dir in der letzten Woche zu Hause?
    • Auch für die SuS ansprechbar sein, die zu Hause lernen, z.B. eine feste (digitale / telefonische) Sprechstunde einrichten.
  • Für einen funktionierenden Dialog muss ich mein Gegenüber sehen können!
    • Dialogphasen im Präsenzunterricht stattfinden lassen.
  • Erfahrungsräume können im Distanz- und im Präsenzunterricht geöffnet werden!
    • Erkundungen, Interviews, Achtsamkeitsübungen können auch alleine im Distanzunterricht stattfinden.
    • Im Präsenzunterricht mit Realien, Vertrauensübungen, Bodenbildern, Standbildern etc. arbeiten.
    • Distanz- und Präsenzphasen möglichst abwechslungsreich gestalten.
  • Eine klare Unterrichtsstruktur und transparente Bewertungskriterien sind wichtiger als im reinen Präsenzunterricht!
    • Für jede Lerngruppe eine Zeitleiste als Überblick über die Unterrichtseinheit erstellen (z.B. bei Padlet als Timeline).
    •  In den Präsenzstunden die kommende Distanzphase einleiten und ggfs. Materialien austeilen.
    • Vorab an SuS und Eltern kommunizieren, dass eine wöchentliche individuelle Rückmeldung an alle SuS nicht möglich ist.
    • Die Präsenzstunden nutzen um individuelle Rückmeldung zu geben.
    • Peer-Feedback einüben.

Hybridunterricht am Beispiel des Rahmenplanthemas „Endlichkeit und Tod“

Am Rahmenplanthema „Endlichkeit und Tod“ soll exemplarisch gezeigt werden, wie sich Distanz- und Präsenzphasen abwechseln und ergänzen können und auf welche Weise eine Verzahnung stattfinden kann. Überwiegend wird nach dem Modell des Flipped Classroom vorgegangen: Erarbeitungsphasen findet in der Distanz statt, Austausch und Dialog in der Präsenz.
Die verzahnenden Momente sind farblich markiert.
Je nach technischer Ausstattung der Lerngruppe können Einzelarbeitsphasen in der Distanz auch als Partner- oder Gruppenarbeiten gestaltet werden.

Zu diesem Unterrichtsvorschlag wird es einen Moodel-Kurs geben, der im Unterricht genutzt werden kann. Dort finden sich alle hier aufgeführten Materialien.

Lerngruppe A

DISTANZ 1 - Wie möchte ich angesichts des Todes leben?

  • Kurzfilm: One minute fly
  • Tagesablauf notieren: „Wenn ich noch einen Tag zu leben hätte…“                   
  • Familie / Freunde dazu interviewen
  • Eintrag auf der „Mauer des Lebens“ im Padlet: Was ich in dieser Woche Schönes erlebt 
  • habe.

PRÄSENZ 1 - Wie sieht für mich ein gelungenes Leben aus?

  • Blick auf die „Mauer des Lebens“
  • Austausch über Tagesabläufe
  • Psalm 90, 12: Interpretation im UG
  • Erarbeitung: Wie sieht für mich ein gelungenes Leben aus? (Z.B. Bodenbild / Collage gestalten lassen)
  • Lied: Dota „Für die Sterne“ als Ausklang

DISTANZ 2 - Was passiert, wenn ein Mensch gestorben ist?

  • Arbeitsteilige EA oder PA: Recherche auf „Planet Wissen“ zu Todes-Definitionen und Abläufen nach einem Todesfall
  • Kurze (!) Präsentation vorbereiten
  • Eintrag auf der „Mauer des Lebens“ im Padlet: Was ich in dieser Woche Schönes erlebt habe.

PRÄSENZ 2 - Was passiert, wenn ein Mensch gestorben ist? / Wie trauern Menschen?

  • Blick auf die „Mauer des Lebens“
  • Präsentationen
  • Trauerphasen
  • Trauerriten in den Religionen
  • Vorbereitung Friedhofsbesuch

DISTANZ 3 - Wie werden Menschen bestattet?

  • SuS besuchen alleine oder zu Zweit einen Friedhof
  • Dokumentation vom NDR „Sarg war gestern“
  • Eintrag auf der „Mauer des Lebens“ im Padlet: Was ich in dieser Woche Schönes erlebt habe.

PRÄSENZ 3 - Gibt es ein Leben nach dem Tod?

  • Blick auf die „Mauer des Lebens“
  • Nachbereitung Friedhofsbesuch
  • Fantasiereise „Leben nach dem Tod“: Im Anschluss zeichnen die SuS ihre Vorstellung
  • Galeriegang und Unterrichtsgespräch zu den Zeichnungen

DISTANZ 4 - Gibt es ein Leben nach dem Tod?

  • Jenseitsvorstellungen in den Religionen
  • Eintrag auf der „Mauer des Lebens“ im Padlet: Was ich in dieser Woche Schönes erlebt habe.

PRÄSENZ 4 -  Gibt es ein Leben nach dem Tod?

  • Blick auf die „Mauer des Lebens“
  • Ergebnissicherung Jenseitsvorstellungen in den Religionen
  • Vergleich der Jenseitsvorstellungen
  • SuS positionieren sich zu den Vorstellungen: Koordinatenkreuz

DISTANZ 5 - Darf der Mensch über seinen Tod entscheiden?

  • Stationenarbeit zum Thema „Sterbehilfe“
  • Eintrag auf der „Mauer des Lebens“ im Padlet: Was ich in dieser Woche Schönes erlebt habe.

PRÄSENZ 5 - Darf der Mensch über seinen Tod entscheiden?

  • Blick auf die „Mauer des Lebens“
  • Talkshow zum Thema „Sterbehilfe“

DISTANZ 6 - Abschluss der Unterrichtseinheit

  • Lernlandkarte: Was habe ich gelernt? Was möchte ich behalten?

Oder

  • Kinderfragen zum Unterrichtsthema beantworten lassen

Lerngruppe B

Die Lerngruppe B startet in Präsenz. Der inhaltliche Ablauf muss lediglich in der ersten Doppelstunde und in der letzten Doppelstunde variiert werden. Ansonsten können die Unterrichtsstunden wie bei Lerngruppe A ablaufen.

PRÄSENZ 1 - Wie möchte ich angesichts des Todes leben?

  • Bildimpuls: „Before I die Project“
  • SuS beschreiben eine Stellwand / ein Padlet: „Wenn ich noch einen Tag zu leben hätte…“           
  • Austausch darüber im UG.
  • Psalm 90, 12: Interpretation im UG
  • Erarbeitung: Wie sieht für mich ein gelungenes Leben aus? (Z.B. Bodenbild / Collage gestalten lassen)

PRÄSENZ 6- Abschluss der Unterrichtseinheit

  • Lernlandkarten vergleichen / Antworten auf die Kinderfragen vorlesen
  • Ein abschließender Blick auf die „Mauer des Lebens“


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