Geschichte

An dieser Stelle werden für die Fächer Geschichte und PGW konkrete Anregungen und Hinweise aus Sicht der Lehrerfortbildung gegeben. Die allgemeinen Hinweise werden mit der Skizze einer konkreten Unterrichtseinheit „Industrialisierung und Soziale Frage“ verzahnt, um die Praxisbezüge deutlich zu machen. Die ausgewählte Unterrichtseinheit passt in den Geschichtsunterricht der Klassenstufe 8/9 am Gymnasium bzw. kann in Teilen auch als Folie für einen kürzer gefassten Lehrgang in der Studienstufe dienen.

Geschichte

Gleichzeitig wurde diese Sequenz ausgewählt, weil sie beispielsweise auch im PGW-Unterricht der Klassenstufe 8-10 oder auch in der Studienstufe verwendet werden kann; hier als historisch-angelegter Unterricht, der von Gegenwartsfragen und -problemen ausgeht und immer wieder zu diesen zurückkehrt und stärker auf die PGW-Kompetenzen und Lerninhalte ausgerichtet werden müsste.

Was heißt "hybrider Geschichts- und PGW-Unterricht?"

In den folgenden Ausführungen ist damit ein Unterricht gemeint, bei dem jeweils die eine Hälfte der Lerngruppe im Präsenzunterricht an der Schule und die andere Hälfte zuhause im „Homeoffice“ oder in „Heimarbeit“ lernt. Beide Gruppen wechseln z.B. wöchentlich, z.B. für PGW am Dienstag in der 3. und 4. Stunde. Als Fachlehrerkraft unterrichte ich somit jeden Dienstag, aber nur jeden zweiten Dienstag die gleiche Gruppe. Die andere Gruppe erhält von mir jeweils Aufgaben für den Distanzunterricht zu Hause.

Bedeutet "Hybridunterricht" eine ganz andere Form von Unterricht?

  • Hybridunterricht mit jeweils der Hälfte der Lerngruppe in der Schulpräsenz unterscheidet sich aus der Perspektive der einzelnen Unterrichtsphasen nicht so sehr vom normalen Präsenzunterricht.
  • Während in einer „normalen“ Doppelstunde jedoch in der Regel mehrere kurze Phasen stattfinden und die Lehrkraft die ganze Zeit ansprechbar ist, ist die Lehrkraft beim Hybridunterricht nur in den Präsenzzeiten in der Schule verfügbar und die Phasen in der eigenständigen Heimarbeit sind für die Schülerinnen und Schüler länger (in der Regel die Zeit, die die andere Hälfte der Klasse im Präsenzunterricht z.B. in Geschichte ist) und verlangen daher in der Regel mehr Eigenständigkeit und Konzentrationsfähigkeit.
  • Im Präsenzunterricht ist nur die Hälfte der Lerngruppe anwesend. Damit ist ein stärker individualisierter Unterricht möglich, so können beispielsweise die Ergebnisse der häuslichen Arbeit aus der Heimarbeit von allen SuS mit besser gewürdigt werden.

Gibt es besondere Herausfordeungen oder Chancen aus der Perspektive des Geschichts- und PGW-Unterrichtes?

  • Für Sie als Fachlehrerin oder Fachlehrer findet sich hier eine doppelte Herausforderung: Einerseits muss mit zwei Teilgruppen das gleiche Unterrichtsziel wie mit einer Gesamtgruppe erreicht werden (zumindest ist das anzustreben), andererseits wird gleichsam versetzt die eine Teilgruppe in Präsenz unterrichtet, während die andere Teilgruppe im Homeoffice arbeitet. Beide Phasen sind somit gleichzeitig zu planen und in der Durchführung im Blick zu behalten – eine klare Herausforderung.
  • In Geschichte und PGW ist es einerseits hilfreich, dass Lernzugänge über Bilder, Filme oder Tondokumente möglich sind und diese über das Internet auch in der Regel rechtlich frei verfügbar zu Verfügung stehen (oder im Rahmen einer Schulbuchlizenz auch verwendet werden dürfen). Andererseits verlangen beide Fächer ein hohes Maß an Abstraktions- und Strukturierungsfähigkeit und daher in der Regel die Anwesenheit der Fachlehrkraft sowie auch ein hohes Maß an Lese- und Textbearbeitungskompetenzen. Diese Bedingungen können nur möglichst geschickt in die Planung der Präsenz- und Heimarbeitsphasen eingebunden werden.
  • Da Sie in der Regel die Hälfte der Lerngruppe in der regulären Unterrichtszeit unterrichten, ist es von der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit aus betrachtet, in der Regel nicht möglich, für die beiden Halbgruppen einen unterschiedlichen Unterricht zu planen und durchzuführen. Es gilt daher – wie unten bespielhaft ausgeführt – mit einer Planung beide Halbgruppen zu unterrichten, nur diese jeweils zeitlich versetzt. Dass es dabei bei den Hausaufgaben zu einem „Austausch“ kommen kann, ist möglich, aber praktisch kaum zu vermeiden. In Geschichte und PGW spielt dieser Aspekt jedoch nicht so eine große Rolle, da das Selbsttun für einen Lernerfolg entscheidend ist und ein gemeinsamer Austausch oftmals auch Verstehensprozesse auslöst.
  • Selbstverständlich müssen Sie für den Hybridunterricht ihre erprobten Lernarrangements und Unterrichtseinheiten neu sortieren und ordnen, auch ergänzen. Das ist viel Arbeit. Bitte stellen Sie daher nicht zu hohe Perfektionsansprüche an sich selbst und auch an Ihre SuS. Wir müssen alle improvisieren.
  • Sehr wichtig ist es, die Heimarbeitsphasen genau so wie den Präsenzunterricht methodisch zu variieren: Mal steht die Textarbeit im Mittelpunkt, mal muss gelesen werden, mal werden Fotos, Filme oder Podcasts gesehen/gehört und mal gibt es offenere Projektaufträge, auch mit der Aufgabe, das eigene Zuhause einmal zu verlassen und das Nahfeld zu erkunden… (Siehe dazu auch die Vorschläge unten.)
  • Auch Formen des kooperativen Arbeitens sollten in der Heimarbeitsphase ermöglicht werden (sofern technisch möglich), z.B. über gemeinsame Padlets zur Ergebniserarbeitung, digital gestützte Zusammenarbeit von SuS in Zweierteams oder ggf. in größeren Gruppen.

Gibt es geeignete Tools für das kooperative Areiten und andere spezifische Ressourcen für den Geschichts- und PGW-Unterricht?

  • Ausführliche Listen mit verwendbaren digitalen Angeboten für den PGW- und Geschichtsunterricht werden in der Fortbildung „Lernen mit digitalen Medien – Schwerpunkt Geschichte/PGW“ vorgestellt. Die Listen finden sich im CommSy-Raum „Abitur Geschichte“ bzw. im CommSy-Raum „Abitur PGW“ und ab Jahresbeginn 2020 auch in den gleichlautenden LMS-Räumen.
  • Gemeinsame „Tafeln“ wie sie z.B. Padlet bereitstellt, können zum Zusammenstellen von Arbeitsergebnissen in Heimarbeitsphasen sehr geeignet sein, weil so mehrere SuS zum gleichen Thema Ergebnisse formulieren können (ggf. kann parallel ein Austausch über ein Messenger-System erfolgen, muss aber nicht).
  • Alle an einer Schule eingeführten digitalen Lernsysteme sollten in den Hybridunterricht integriert werden. Die Maßgabe ist dabei nur, dass es den Geschichts- und PGW-Unterricht nicht erschweren, sondern möglichst erleichtern sollte.

Unterrichtseinheit "Die Industrielle Revolution"

Die Unterrichtseinheit zur Industrialisierung und sozialen Frage kann sowohl im Fachunterricht Geschichte als auch in PGW in den Klassenstufen 8-10 stattfinden, in der Oberstufe entsrpechend komprimierter. Sie ist auf 7 Doppelstunden angelegt.

In der Vorbereitung einer Doppelstunde zur Leitfrage „Warum beginnt die Industrialisierung in England?“ werden die üblichen Phasen von Einführung, Erarbeitung, Präsentation mit Sicherung und Diskussion neu zwischen Präsenz- und Distanzunterricht aufgeteilt: Die Einführung mit der Erarbeitung der Leitfrage, die Präsentation und die Diskussion finden ihren Platz im Präsenzunterricht, die Erarbeitung und Sicherung im Distanzunterricht. Das bedeutet nicht, dass die jeweiligen Phasen streng in der entsprechenden Phase vorkommen müssen, für die Orientierung ist es aber hilfreich, Erarbeitungsphasen und Sicherungsphasen eher in den Distanzunterricht zu verorten, Diskussions- und Präsentationsphase.

Genau wie in einer normalen Doppelstunde sind in den beiden Phasen des Hybridunterrichtes Phasenwechsel von großer Bedeutung, um die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler zu erhalten. Konkret kann es daher nicht darum gehen, zuhause immer Arbeitsblätter abzuarbeiten.

ALLGEMEINE HINWEISE: Die SuS haben das Arbeitsmaterial für den Unterrichtsgang vorliegen (bereits für mehrere Wochen). Im Idealfall gibt es ein Schulbuch, das zuhause und in der Schule vorhanden ist. Das Schulbuch bzw. das vollständige Material bietet eine orientierende und strukturierende Grundlage für die Arbeitsphasen in Schule und zuhause. (Ein Unterricht über z.B. Fotokopien, ist in der Regel zu kleinschrittig und ist gerade im Wechseluntericht problematisch; zudem bieten Schulbücher oder Lehrgänge nicht nur die Grundlagen, sondern bereits auch vielfältige didaktische Möglichkeiten.)

KONKRETISIERUNG: Allen SuS liegt das Kapitel „Industrialisierung und soziale Frage“ aus dem Klett-Buch „Geschichte und Geschehen“ (Ausgabe A von 2016, S. 182-211) gedruckt oder als E-Book vor. (Alternativ können die entsprechenden Kapitel z.B. aus „Forum Geschichte“ (Cornelsen), „Horizonte (Westermann), „Zeit für Geschichte“ (Schroedel), „Geschichte entdecken“ (Buchner) oder „Zeiten und Menschen“ (Schöningh) und weiteren Lehrbüchern verwendet werden.)

WICHTIG: Der Präsenzunterricht beginnt mit einer Hälfte der Lerngruppe. Die andere Hälfte ist zu Hause. Um eine Überforderung der Lehrkraft durch versetztes, inhaltliches Erarbeiten zu vermeiden, muss zu Beginn ein Arbeitsauftrag A für die eine Hälfte der Lerngruppe benannt werden, der zu Hause gut zu bearbeiten ist und nicht ins Thema vorgreift. In der Regel gibt es noch Themenbereiche und Methodenbausteine (z.B. aus dem vorangegangenen Unterricht), die hier gut modular eingesetzt werden können und entsprechend dann bei Gelegenheit auch später auf die andere Hälfte übertragen werden können,

PRÄSENZ - 1. Doppelstunde

ALLGEMEINE HINWEISE: 

  • Im Grunde findet eine ganz normale Doppelstunde statt.
  • Aber: Es ist aber nur Hälfte der Lerngruppe anwesend. Diskussionsphasen sind damit intensiver, als Lehrkraft hat man die Zeit, sich alle Schülerarbeiten anzuschauen bzw. individueller zu fördern und auch die Vorstellungen von Hausaufgaben etc. kann viel mehr SuS einschließen.
  • Aber: Längere Erarbeitungs- und Selbstlernphasen, auch Sicherungsphasen, werden in die Heimlernphase verlagert. Dafür werden zentrale Gliederungs-, Diskussions- und Verständnisphasen verstärkt.

KONKRETISIERUNG:

  • Gemeinsames Bewusstmachen der Bedeutung der Industrialisierung für die Entwicklung der Menschheit (z.B. mit Bildern, die Vergangenheit und Gegenwart verbinden und auch die soziale Frage bereits einbeziehen).
  • Darauf aufbauend Formulierung von Fragen an die Unterrichtseinheit.
  • Gemeinsamer Überblick über das Unterrichtsmaterial und den Aufbau der hybriden Unterrichtseinheit: Was machen wir in der Schule? Was macht ihr zuhause? (konkrete Kompetenzen finden sich z.B. auf der Orientierungsseite im Schulbuch S. 183).
  • Einstieg in das Kapitel „Warum beginnt die Industrialisierung in England?“ (S.184-187), z.B. über den Reisebericht aus Manchester (Q3, S. 186). Der Leitaspekt könnte sein: Was heißt das, eine Fabrik in England? Je nach Zeitbudget können die SuS in Partnerarbeit Erkenntnisse und Fragen aus der Quelle herausarbeiten und präsentieren oder es wird in Stillarbeit und Plenum die Quelle ausgewertet.
  • Die Erkenntnisse aus der Quelle werden festgehalten und in Bezug auf die gemeinsamen Fragen an die Unterrichtseinheit gestellt. Ggf. werden neue Fragen ergänzt.

    Wiederholung: Klärung der Aufgaben für die Heimlernphase.
  • In PGW würde man nun einen deutlichen Gegenwartsbezug herstellen, in Geschichte vielleicht stärker am historischen Beispiel bleiben, z.B. über ein gemeinsames Verstehen der Konstruktionszeichnung einer Dampfmaschine D1 (S. 187). Dazu zu hören: „So long Mr. Watt“, über Klett 3ej62f, entweder noch im Unterricht oder (besser) in der Lernphase zuhause (weitere Hör- und Filmangebote gibt es von den Verlagen und anderen Anbietern).

DISTANZ - 2. Doppelstunde

ALLGEMEINE HINWEISE

  • Die SuS arbeiten zuhause an den Aufgaben aus der Präsenzphase. Sie nutzen dafür die Zeit der zweiten Doppelstunde.
  • Die Heimarbeit ist keine Hausaufgabenzeit. Sie soll stattdessen Unterricht zu Hause sein. Natürlich wird diese Phase nicht so effektiv wie in der Schule sein, es muss aber auch eine Progression erreicht werden.
  • Je nach Lerngruppe und digitaler Möglichkeiten kann gemeinsames Arbeiten in dieser Phase vorgesehen werden (z.B. über Videochat und gemeinsame Dokumentenbearbeitung). Das muss aber im Präsenzunterricht besprochen und geprobt werden und zuverlässig funktionieren, auch bezüglich der Partnergruppen.
  • Daher wird in diesem Vorschlag von einer Einzelarbeit der SuS mit einem nur optionalen anschließenden Austausch über Video ausgegangen, nicht jedoch über komplexere Zusammenarbeit wie z.B. die Erstellung eines Videos, bei dem einzelne Filmteile online zusammengefügt und geschnitten werden.

KONKRETISIERUNG

  • Die SuS lesen den Verfassertext zu „Warum beginnt die Industrialisierung in England?“ und bearbeiten dazu die Aufgabe 1 „Liste auf, welche Veränderungen die Industrialisierung in England mit sich brachte“. Die beiden Fachbegriffe „Industrielle Revolution“ und „freie Marktwirtschaft“ werden ins Heft übertragen.
  • Genau so wie in der Präsenzphase geübt, erarbeiten die SuS sich nun den Inhalt der Quelle Q4, in der 1935 prophetisch über die Ablösung der menschlichen Arbeit durch Maschinen geschrieben wird. Dazu bearbeiten sie Aufgabe 8 schriftlich („Schreibe aus heutiger Sicht eine Stellungnahme zu den Ausführungen von Andrew Ure zum Fabrikwesen“).
  • Zwei schriftliche Aufgaben reichen aus: Die SuS sollten nun bei einem Spaziergang einmal schauen, ob sich Spuren der Industrialisierung in Form von Fabriken, Bauten oder Überresten finden lassen. In Hamburg wird man dabei fast überall fündig. Sie sollten auch mit ihren Eltern darüber sprechen.

PRÄSENZ - 3. Doppelstunde

ALLGEMEINE HINWEISE

  • Die Herausforderung ist es nun, die individuellen Ergebnisse der Heimarbeit zu sammeln, zu würdigen und zu einem gemeinsamen Lernergebnis zu machen. Diese Phase darf nicht übersprungen werden, sonst verlieren die SuS das Interesse an der Heimarbeit.
  • Daher steht in dieser Präsenzdoppelstunde nicht so viel Zeit für die neue Erarbeitung und Diskussion von Inhalten zur Verfügung.
  • Wichtig ist es, Zeit für das individuelle Gespräch mit SuS einzuplanen, um eventuelle Schwierigkeiten in der Heimarbeit ansprechen und bearbeiten zu können.
  • Nach der ausführlichen Textquellenarbeit in der letzten Präsenzstunde (und der Textarbeit in der Heimarbeit) werden in  dieser Doppelstunde andere Medien untersucht: Lehrervortrag/Podcast/Film und Bilder sowie ein Diagramm.

KONKRETISIERUNG

  • In einer ersten Phase machen sich die SuS mit den Leitfragen und ersten Ergebnissen der ersten Doppelstunde wieder vertraut und stellen sich dann gegenseitig (Losverfahren denkbar) die Ergebnisse ihrer Heimarbeit vor. Als Lehrkraft habe ich Zeit, mir alle Arbeiten kurz im Überblick anzuschauen und ggf. bei einzelnen Ergebnissen zu vertiefen. Ich notiere mir, welche Ergebnisse ich im Plenum vorstellen und diskutieren möchte.
  • In der zweiten Phase werden einzelne Ergebnisse im Plenum vorgestellt und diskutiert, dabei strukturiert und problematisiert die Lehrkraft.
  • Die SuS berichten auch von ihren Umfelderkundigungen
  • Lehrervortag, Podcast oder Kurzfilm: Wie kommt es Deutschland zu Industrialisierung – und warum war diese verspätet?
  • Diskussion im Plenum: Gibt es auch heute noch eine „verspätete“ Industrialisierung? Müssen sich alle Staaten industrialisieren?
  • Bildbetrachtung Q1 (Eisenbahnbrücke über den Rhein) in Einzelarbeit, dazu das Diagramm D3 (Leitsektor Eisenbahn). Leitfrage: „Welche Rolle spielte die Eisenbahn bei der Industrialisierung in Deutschland?“ (dadurch Vertiefung und Konkretisierung der Ergebnisse des Lehrervortrages/Podcasts/Filmes).
  • Abschluss: Bildbetrachtung Q5 (Nicht alle jubeln über die Eisenbahn). Leitfrage: „Warum verlieren durch den industriellen Fortschritt Menschen ihre Arbeit?“, Diskussion mit Blick auf die Gegenwart.
  • Verteilung der Themen auf fünf Gruppen für die Heimarbeit.

DISTANZ - 4. Doppelstunde

ALLGEMEINE HINWEISE

  • Die Aufgabe für die Heimarbeit ist nach der erfolgten Detailarbeit an Texten mithilfe von Aufgaben freier gestaltet.
  • Die SuS sollen einen „Pachakucha der Industrialisierung“ mithilfe konkreter Seiten des Hamburg-Geschichtsbuches zur Industrialisierung vorbereiten. Dazu können sie zusammenarbeiten (was mithilfe von Videokonferenzen und dem Teilen von Dokumenten geht). Insgesamt werden fünf Themenbereiche in der Lerngruppe verteilt. (Der vollständige Arbeitsauftrag findet sich als Anlage unten.)
  • Die Hinweise auf „grundlegendes Niveau“ (gN) bzw. „erhöhtes Niveau“ (eN) können für die Verteilung in heterogeneren Lerngruppen hilfreich sein.
  • Ein Vorteil am Arbeitsauftrag ist, dass sowohl Einzel-, Partner- als auch Gruppenarbeit möglich ist (je nach digitaler Ausstattung und Selbstkompetenzen).
  • Ein weiterer Vorteil ist, dass die Nutzung einer offiziellen Webseite Fotokopien und dergleichen unnötig macht und die Bilder auch entsprechend zur Geltung bringt!

KONKRETISIERUNG

Klasse 8/9 | Arbeitsauftrag für 5 Gruppen (Themen siehe unten) | Das Pachakucha der Industrialisierung. (Copyright: Dr. Silke Urbanski)

In einem Pachakucha sollen jeweils ein Bild mit einer kurzen Information verbunden werden. In Japan haben die Pachakuchas jeweils 20 Bilder, die gezeigt werden und  zu jedem Bild wird 20 Sekunden lang geredet.

Ihr sollt als Klasse ein Pachakucha der Industrialisierung in Hamburg erstellen. Dazu sucht Ihr auf dem Hamburg-Geschichtsbuch jeweils VIER Bilder zu Eurem Thema und zu jedem Bild redet Ihr 20 Sekunden. Diese Aufgabe kann sehr gut in Gruppen bearbeitet werden, so dass dann alle Personen in Deiner Klasse vorgestellt werden können.

Nützliche Links: 

EPOCHENKAPITEL UND UNTERKAPITEL INDUSTRIALISIERUNG auf www.geschichtsbuch.hamburg.de

THEMA 1: Wohnbedingungen der Arbeiter: (gN) https://geschichtsbuch.hamburg.de/epochen/industrialisierung/gaengeviertel-und-elendsquartiere/

THEMA 2 Arbeit verändert den Alltag: (eN) https://geschichtsbuch.hamburg.de/epochen/industrialisierung/gasversorgung-fuer-die-moderne-stadt/

THEMA 3: Technik verändert das Leben: (eN) https://geschichtsbuch.hamburg.de/epochen/industrialisierung/gasversorgung-fuer-die-moderne-stadt/

THEMA 4: Hafen: https://geschichtsbuch.hamburg.de/epochen/kaiserreich/hafenentwicklung/  (gN)

THEMA 5. Streik und Widerstand (gN) https://geschichtsbuch.hamburg.de/epochen/industrialisierung/arbeitsbedingungen-und-hafenarbeiterstreikarbeit/

Bilder findet ihr hier und in den Arbeitsmaterialien zu den Kapiteln: 

https://geschichtsbuch.hamburg.de/epochen/industrialisierung/#epochenhghlght


PRÄSENZ - 5. Doppelstunde

ALLGEMEINE HINWEISE

  • In der letzten Präsenzphase wurden die schriftlichen Hausarbeiten verglichen, korrigiert und diskutiert. Nun sollen die Präsentationen der SuS im Mittelpunkt stehen – sanft von der Lehrkraft in Richtung „soziale Frage“ geleitet...
  • Am Ende der Stunde muss die Frage stehen, wie die klar erkennbare soziale Frage gelöst werden kann? (Kann sie gelöst werden?.) Dazu werden die SuS jeweils einer der folgenden vier Gruppen zugelost: Gewerkschaften, Revolutionäre, Unternehmer und Kirchen.

KONKRETISIERUNG

  • Die fünf Gruppen präsentieren den jeweils von ihnen vorbereiteten Pachakucha der Industrialisierung.
  • Nach jeder Präsentation werden Erkenntnisse und Fragen schriftlich an der Tafel festgehalten. Diese werden nach dem Ende der Präsentationen sortiert, gewichtet und schließlich von den SuS abgeschrieben.
  • Die Merkmale und Besonderheiten der Industrialisierung in Hamburg müssen auf jeden Fall benannt und diskutiert werden (u.a. Hafen, großer Stadtstaat ohne ländliche Regionen, Regierungsform).
  • Wenn es möglich ist, können Bezüge zur Nahraumerkundung (siehe zweite Doppelstunde zu Hause) hergestellt werden.
  • Die Methode „Fotografien untersuchen“ sollte noch einmal bewusst gemacht werden.
  • Die Sicherung erfolgt über Tafelanschriebe.
  • Wenn gewünscht, kann über den Verfassertext „Die Industrialisierung verändert den Alltag“ (S. 200-201) in übergreifender Perspektive gesichert werden, im Materialteil (S. 202-203) finden sich auch entsprechende Quellen (selbstverständlich auch im Hamburg-Geschichtsbuch). Das ist aber optional und nur bei ausreichender Zeit sinnvoll.

DISTANZ - 6. Doppelstunde

ALLGEMEINE HINWEISE

  • Nach der kreativen Phase mit Internetzugriff auf das „Hamburg Geschichtsbuch“ wird jetzt wieder konkret im vorhandenen Geschichtsbuchkapitel weitergearbeitet und die besondere Perspektive Hamburg verlassen.

KONKRETISIERUNG

  • Für die Aufgabe zur folgenden Heimarbeitsphase wurden die SuS jeweils einer der folgenden vier Gruppen zugelost: Gewerkschaften, Revolutionäre, Unternehmer und Kirchen. Sie sollen alleine (ggf. auch zu zweit) den Kasten „Wie kann die soziale Frage gelöst werden?“ auf S. 204 bearbeiten. Dazu lesen die SuS den Verfassertext zum Kapitel „Wie kann die soziale Frage gelöst werden?“ (S. 204-205). Zusätzlich lesen sie zu Ihrer Gruppe den jeweiligen Quellenauszug Q1 (Kirche), Q3 (Revolution), Q4 (Gewerkschaften) bis Q5 (Unternehmer), die sich auf S. 206-207 finden.
    Aufgabenbeispiel
  • Der jeweilige Lösungsansatz wird von schriftlich formuliert, sehr schön ist es, diesen in einem gemeinsamen Padlet (oder einem ähnlichen Werkzeug) festzuhalten, auf das die gesamte Halbgruppe Zugriff hat. Da 2-3 SuS gemeinsam an einem Beitrag im Padlet arbeiten, kann hier in der Heimarbeitsphase ein guter Beitrag entstehen.

PRÄSENZ - 7. Doppelstunde

ALLGEMEINE HINWEISE

  • Die Einführung zur problemorientierten Leitfrage erfolgt z.B. mit dem auf S. 205 abgedruckten Gemälde „Der Streik“ (1886), das vielfältige Anknüpfungen ermöglicht.
  • Vier mögliche Lösungsansätze sind in der Heimarbeit vorbereitet worden; der fünfte Lösungsansatz in Form des modernen Sozialstaates wird im Unterricht eingeführt.
  • Im Fach Geschichte würde stärker historisch argumentiert, im Fach PGW ggf. die Gegenwartsbezüge besonders deutlich herausgestellt werden.

KONKRETISIERUNG

  • Die Einführung zur problemorientierten Leitfrage erfolgt z.B. mit dem auf S. 205 abgedruckten Gemälde „Der Streik“ (1886), das vielfältige Anknüpfungen ermöglicht.
  • Im nächsten Schritt wird das gemeinsame Padlet ausgewertet bzw. werden die entsprechenden schriftlichen Ergebnisse der vier Gruppen festgehalten und gegenübergestellt.
  • Die Ansätze werden diskutiert.
  • Die Lehrkraft leitet zum heutige Sozialversicherungsystem über (ggf. kann dieses über die Lösung im 19. Jahrhundert geschehen, die in D1 festgehalten ist).


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