Arbeit und Beruf

Ein Beispiel zum Hybridunterricht im Lernbereich Arbeit und Beruf.

Arbeit und Beruf


Verbraucherbildung zum Thema „Was zieh‘ ich an - T-Shirt und Co.“ (Jg. 8-10)


Basierend auf dem Rahmenplan sollen an diesem Unterrichtsgegenstand technische Arbeitsprozesse analysiert, Zusammenhänge von Produkt, Fertigung, Markt und Nachhaltigkeit beurteilt werden sowie Produkte geplant und gefertigt werden. Dies alles mit dem Ziel Grundlagen zum Fällen begründeter Konsumentscheidungen zu vermitteln und nachhaltiges Handeln zu erproben.

Dies setzt voraus, dass im Präsenzunterricht an Realobjekten gearbeitet und experimentiert wird. Hier liegt der Schwerpunkt im gemeinsamen Handeln und im Dialog. Die Ergebnisse aus dem Distanzunterricht können hier gemeinsam ausgewertet und diskutiert werden.

Im Distanzunterricht sollte der Schwerpunkt auf Erarbeitungsphasen (durch Recherchen, Videos, Texte und Telefoninterviews) gelegt werden. Aber auch spielerische Lernkontrollen in Form von Quiz‘ und Tests können das Festigen der Unterrichtsinhalte gut ergänzen.

An der Unterrichtseinheit zum Thema „Was zieh‘ ich an - T-Shirt und Co.“ soll exemplarisch gezeigt werden, wie sich Distanz- und Präsenzphasen abwechseln und ergänzen können. Zu diesem Unterrichtsvorschlag wird es einen Moodel-Kurs mit allen Materialien geben, die im Unterricht genutzt werden können, nicht nur im Hybridunterricht, sondern auch im Präsenzunterricht für die Organisation des Wechsel zwischen Werkstattphasen und Phasen selbstgesteuerten Lernens (mit und ohne digitale Endgeräte).

Lerngruppe A

PRÄSENZ 1:  „Was zieh‘ ich an?“

  • Clustern zur Frage „Was zieh‘ ich an?“ (Und warum?)
  • Produktanalyse von T-Shirts (in Gruppenarbeit)
  • Sammeln der Ergebnisse, (u.a. Fotografieren der Etiketten und Hochladen der Fotos in einer gemeinsamen Datenbank, z.B. in Moodle)

    Aufgabe ankündigen / sicherstellen, dass der Prozess des Hochladens in der Datenbank verstanden wurde

DISTANZ  1: Was verraten mir Etiketten?

  • Erkundung im Haushalt (weitere T-Shirt-Etiketten aus dem eigenen Haushalt untersuchen und in der Datenbank hochladen)
  • Eine zeichnerische  Übersicht zu den Pflegesymbolen auf den  Etiketten erstellen (Bedeutung erfragen / im Internet recherchieren)
  • Ein Online-Quiz zu Pflegesymbolen absolvieren

    Die Datenbank wird gemeinsam genutzt.

    Rückmeldung zum Hochladen der Etiketten erfolgt in Präsenz 2 / Rückmeldung zu den Pflegesymbolen erfolgt im Quiz.

PRÄSENZ 2:  Aus welchen Materialien werden T-Shirts produziert?

  • Auswertung der Datenbank (arbeitsteilig)
  • Präsentation und Diskussion der Ergebnisse
  • Durchführung des Experiments „Brennprobe“ zur Materialbestimmung von Textilien ohne Etiketten

    Die Datenbank wird gemeinsam genutzt

    Zum Herstellungsprozess überleiten / Aufgabe ankündigen / Hinweise zum kollaborativen Dokument, z. B. ZUMpad

DISTANZ  2: Wie wird ein T-Shirt hergestellt?

  • Erarbeitung des Herstellungsprozesses eines T-Shirts (über ein (interaktives) Video mit Aufgabenblatt zur Strukturierung)
  • Sammlung von Zusatzinformationen und Fragen aus dem Film zum Thema „fairer Herstellungsprozess“ in einem kollaborativen Dokument

    Rückmeldung zu den Fragen und Zusatzinformationen gesammelt an alle / Rückmeldung zum Herstellungsprozess über Präsenz 3 und den Online-Test in Distanz 3

PRÄSENZ 3: Wie wird ein T-Shirt hergestellt und wo?

  • Arbeiten am Phasenmodell (oder an Phasenbildern) zur T-Shirt-Herstellung
  • Wenn möglich: Erprobung oder Demonstration von einzelnen Schritten der Produktion
  • Übertragung der Orte des Herstellungsprozesses auf die Weltkarte (über den QR-Code eines T-Shirt-Etiketts, z. B. von Elkline)
  • Diskussion der Problematik der Transportwege

    Partnerinnen/Partner absprechen für die folgende Rechercheaufgabe / vorstrukturierte ZUMpads mit Recherchelinks für Partnerarbeit einrichten

DISTANZ  3: Was genau ist Baumwolle und wie eird diese angebaut und geerntet?

  • Vergleichender Rechercheauftrag im Internet zu Anbau, Bewässerung und Ernte von Baumwolle bzw. Biobaumwolle (in Partnerarbeit im ZUMPad)
  • *Selbstständige Recherche zu alternativen Materialien (z. B. Hanf oder Lyocell)
  • Online-Test zu den bisherigen Ergebnissen

    Rückmeldung zur Partnerarbeit

PRÄSENZ 4: Wer verdient was an meinem T-Shirt?

  • Präsentation, Vertiefung und Diskussion der Ergebnisse zum Thema Baumwolle / Biobaumwolle
  • Rollenspiel zu den verschiedenen Standpunkten
  • Kleingruppendiskussion zum Impuls-Plakat „Lohn der Näherin“

    Überleitung zum eigenen Kaufverhalten, Optionen für Interviewpartnerinnen / Interviewpartner besprechen / Eventuell Erweiterung des Fragebogens

DISTANZ  4: Wie kaufst Du ein? Und was passiert mit Kleidung, die nicht mehr getragen wird?

  • Telefon-Interviews zum Konsumverhalten führen und dokumentieren

    Möglich u. a. mit Partnern aus Lerngruppe B, dann aber zeitversetzt

    Interviews werden in Präsenz vorgestellt

PRÄSENZ 5: Wie können wir auch andere zum Nachdenken über ihren Kleidungskonsum anregen?

  • Präsentation und Diskussion zum Konsumverhalten / „Fast Fashion“ (der „jährliche  14,8 kg Kleidunghaufen“ wird als Impuls präsentiert sowie die Interviewergebnisse)

    Hierbei Bezug herstellen zum „Historischen Padlet“ von Lerngruppe B
  • Planung eines Produktes zum Thema „Shopping“ (Artikel für die Schul-Website, den Schul-Blog, die Schülerzeitung, ein Quiz für Mitschülerinnen / Mitschüler / Eltern / LuL, ein „Shopping-Ratgeber“, ein Comic, eine digital erzählte Geschichte, eine Anleitung für ein Upcycling-Produkt, ein Aufruf zum Klamottentausch …)

    Zusammenarbeit mit Lerngruppe B planbar.

    Aufteilung der Aufgaben

DISTANZ 5: Arbeit am Ratgeber, am Quiz, an der Anleitung...

  • Recherchieren und Dokumentieren erster Ergebnisse
  • Feedback einholen (telefonisch / per E-Mail / in einem Padlet)

    Zeitnahe Rückmeldung zu den ersten Ergebnissen

PRÄSENZ 6: Weiterarbeit am Ratgeber, Qziz, an der Anleitung...

  • Weiterarbeit in Kleingruppen am Produkt  zum Thema „Shopping“
  • Unterstützung bei speziellen Gestaltungsformaten (Layout, Quiztool, Tool für Storytelling, Erklärvideo …)

    Zeit für Absprachen anbieten

DISTANZ 6: Weiterarbeit am Ratgeber, Quiz, an der Anleitung...

  • Weiterarbeit in Kleingruppen am Produkt  zum Thema „Shopping“
  • Unterstützung bei speziellen Gestaltungsformaten (Layout, Quiztool, Tool für Storytelling, Erklärvideo​​)​

    Telefonische Beratungszeit anbieten

PRÄSENZ 7: Weiterarbeit am Ratgeber, Qziz, an der Anleitung...

  • Weiterarbeit in Kleingruppen am Produkt  zum Thema „Shopping“
  • Unterstützung bei speziellen Gestaltungsformaten (Layout, Quiztool, Tool für Storytelling, Erklärvideo …)

    Zeit für Absprachen anbieten

DISTANZ 7: Präsentation von Ratgeber, Quiz, Anleitung...

  • Präsentation der Ergebnisse (auch im Padlet, auf der Website …)
  • Gemeinsame Beratung über die Fortführung des Themas ( Upcycling-Produkt, T-Shirt-Druck, eigener T-Shirt-Herstellung …)

    In einer gemeinsamen Videokonferenz

    Veröffentlichung der Ergebnisse


Lerngruppe B

DISTANZ 0: Was haben die Menschen getragen, bevor es T-Shirts gab?

  • Eine Bildersammlung in einem gemeinsamen Padlet erstellen zum Thema Kleidung in verschiedenen Epochen
  • Selbstständige Recherche, ab wann das T-Shirt als Kleidungsstück an Bedeutung gewonnen hat

    Auf das Padlet wird in Präsenz 5 von Lerngruppe A Bezug genommen.

Anschließend erfolgt der Ablauf wie in Lerngruppe A. Zugunsten einer gemeinsamen Videokonferenz, in der sich gegenseitig die Ergebnisse vorgestellt werden, wird Lerngruppe B eine Phase weniger zur Verfügung haben, um an ihrem Produkt zu arbeiten.

PRÄSENZ X / DISTANZ X: Bei einer produktorientierten Erweiterung des Themas bietet es sich an, die Präsenzzeiten für die eigentliche Produktion zu nutzen und sich im Distanzunterricht zusätzlich zum Material oder bestimmten Arbeitsprozessen zu informieren. Die Themen Arbeitszeit, Arbeitslohn und Arbeitsbedingungen können hier gut mit eingebunden werden. In den Präsenzzeiten können Vorgänge fotografiert oder gefilmt werden und im Distanzunterricht mit Texten unterlegt oder vertont werden. Auch die Gestaltung von Produkten kann oft gut zu Hause vorbereitet und durchgeführt werden.

Alternative / ergänzende Produkte aus nicht mehr attraktiven oder kaputten T-Shirts könnten sein: T-Shirt-Druck, Scrunchies, Quasten als Schlüsselanhänger, Sitzkissen aus T-Shirtstreifen, geknotete Taschen, Kuscheltiere , Kissenbezüge aus Lieblings-T-Shirt  …