Übersicht und Einführung in den Vorbereitungsdienst

Mehr als 1200 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst aller Schulformen werden in der Abteilung Ausbildung des Landesinstituts Hamburg (LIA) in einer 18-monatigen Ausbildung auf die vielfältigen Aufgaben einer Lehrkraft vorbereitet. Zu den Leitlinien in der Hamburger Ausbildung gehören die Anerkennung von Diversität und durchgängige Inklusionsorientierung, die Förderung von Professionalität, Reflexionsfähigkeit und Kooperation, die Orientierung an der Zukunft, sowie der Fokus auf Unterricht, Lernen und Lehren. 

Übersicht und Einführung in den Vorbereitungsdienst am Landesinstitut Hamburg

Diese und weitere Leitlinien sind in unseren Publikationen dargestellt.

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Wegweiser (Bild: rawpixel.com – adobe.stock.com)

Im Wegweiser werden die Organisation und Inhalte des Vorbereitungsdienstes (VD) ausführlich beschrieben.

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1. Lehrämter

In der Abteilung Ausbildung werden seit dem 1. August 2020 die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst in den fünf Lehrämtern Primarstufe und Sekundarstufe I (LAPS), Gymnasien (LAGym), Sonderpädagogik (LAS), Berufliche Schulen (LAB) und Lehramt an Grundschulen (LAGS) ausgebildet.

vergrößern Gebäude am Weidenstieg 29, LIA Gebäude Weidenstieg (Bild: Kristina Tewes-Köhler, LIA Hamburg)

2. Struktur und Formate der Ausbildung

  • Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate, im Teilzeit-Vorbereitungsdiest 24 Monate. Einstellungstermine sind der 1.2. und 1.8. eines jeden Jahres.
  • Während des Vorbereitungsdienstes wird durchgängig bedarfsdeckend und eigenständig unterrichtet im Umfang von durchschnittlich 10 Wochenstunden. Diese sind je nach Lehramt unterschiedlich auf die Ausbildungshalbjahre verteilt (Beispiel: Lehramt Primarstufe und Sekundarstufe I: 8-12-10, Lehramt an Grundschulen: 10-10-10). Über die genaue Aufteilung entscheidet die Hauptseminarleitung nach Rücksprache mit der Schulleitung. Insgesamt müssen in 18 Monaten 30 Wochenstunden erreicht werden.
  • Die Ausbildung erfolgt in zwei Unterrichtsfächern (für das Lehramt an Grundschulen, das Lehramt Primarstufe und Sekundarstufe I sowie für das Lehramt an Gymnasien) bzw. in einem Unterrichtsfach und zwei sonderpädagogischen Schwerpunkten (Lehramt Sonderpädagogik) oder in einem Unterrichts- und einem Berufsfach (Lehramt Berufliche Schulen). Die Unterrichtsfächer sind fast alle miteinander kombinierbar.
  • Schulische Ausbildung / schulischer Einsatz während des Vorbereitungsdienstes:

    Lehramtschulischer Einsatz
    Lehramt an Grundschulen:Durchgängig bedarfsdeckender Unterricht an einer Grundschule
    Lehramt Primarstufe und Sekundarstufe I:In der Regel sowohl an Grundschulen als auch an Stadtteilschulen.
    Lehramt an GymnasienEntweder an Gymnasien oder an Stadtteilschulen
    Lehramt Sonderpädagogik:An speziellen Sonderschulen und an Stadtteilschulen (inklusiven Einrichtungen), bisweilen auch in Regionalen Bildungs- und Beratungszentren
    Lehramt an beruflichen Schulen:Ausbildung in den verschiedenen Typen und Bildungsgängen der beruflichen Schulen
     
  • Im Landesinstitut werden die Lehrkräfte in jeweils einem Hauptseminar und zwei Fachseminaren ausgebildet. Die Fachseminare sind jahrgangsgemischt und zum Teil auch lehramtsgemischt  zusammengesetzt. Hauptseminare vermitteln allgemeine Grundlagen der Profession, allgemeine Pädagogik und Didaktik sowie Schulpädagogik und Schulrecht. Die Hauptseminarleitungen sind die unmittelbaren Vorgesetzten der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst. In Fachseminaren werden fachdidaktische Qualifikationen vermittelt.
  • Außerdem besuchen die Lehrkräfte Veranstaltungen im Lehrertraining (Schwerpunkt Beratungskompetenzen und personale Kompetenzen) sowie Pflicht- und Wahlmodule (überfachliche Kompetenzen). Thementage („Blick über den Tellerrand“) und Kompakttage (Arbeit an exemplarischen komplexen Lernsituationen mit Haupt- und Fachseminarleitungen) werden auf der Ebene von Unterabteilungen (mit Lehramtsbezug) oder für die ganze Abteilung Ausbildung angeboten. 
  • Während der Ausbildung hospitieren die Seminarleitungen i. d. R. dreimal im Unterricht der Lehrkräfte im VD. Außerdem nehmen die Lehrkräfte im VD an mindestens 20 Kleingruppenhospitationen teil, von denen sie mindestens zwei aktiv selbst gestalten. Das Prinzip des reflexiven Erfahrungslernens ist dabei grundlegend.
  • Jede Lehrkraft im VD hat Anspruch auf die Begleitung durch Fachmentor:innen in jedem ihrer Unterrichtsfächer. Es werden allen Schulen, die Lehrkräfte im VD ausbilden, insgesamt 3 Stunden Wochenarbeitszeit (WAZ) für die Dauer der gesamten Ausbildung zugewiesen, die sich auf die Fachmentor:innen in beiden Fächern verteilen und ihnen als Funktionszeit angerechnet werden sollen. Die Lehrkräfte im VD haben Anspruch auf wöchentliche Unterrichtsbesuche bzw. Beratungen durch die Mentor:innen im Umfang von 1,5 Stunden Wochenarbeitszeit je Mentor. Bei der Ausbildung an zwei Schulen erfolgt die Zuweisung anteilig.

  • Die Lehrkräfte im VD sollen ein Portfolio führen, das der Dokumentation und vor allem der Reflexion ihrer Erfahrungen dient. Es soll dabei helfen, die Ausbildung reflexiv zu begleiten. Das gilt insbesondere für die Gestaltung von komplexen Lernsituationen und für die Befassung mit Praxissituationen in der schriftlichen Arbeit und in der mündlichen Prüfung.

 

3. Prüfungen

Die Zweite Staatsprüfung (in Klammern der Prozentanteil der Note des jeweiligen Prüfungsteils an der Gesamtnote) setzt sich zusammen aus:

  • zwei unterrichtspraktischen Prüfungen (je 15 %),
  • einer schriftlichen Arbeit (10 %),
  • einer kolloquialen mündlichen Prüfung (20 %) und
  • der Note für die Bewährung im VD (40 %).

Schriftliche Arbeit und mündliche Prüfung sollen sich auf komplexe Praxissituationen beziehen, die die Lehrkräfte während ihrer Ausbildung erfahren haben.


4. Curriculare Grundlagen

Der Referenzrahmen für die Ausbildung von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst  bildet die curriculare Grundlage der gesamten Ausbildung. Er ist kompetenzorientiert angelegt und auf die zentralen Handlungsfelder der Profession ausgerichtet. Damit greift er zugleich die KMK-Standards für Lehrerbildung auf. Die formulierten Anforderungen finden sich in den Berichtskategorien der Abschlussberichte wieder.

Für folgende Bereiche werden Anforderungen formuliert:

  • Personale und sozial-kommunikative Kompetenzen entwickeln,
  • Unterrichten (Lernprozessgestaltung),
  • Erziehen und Beraten,
  • Diagnostizieren, Beurteilen und Bewerten,
  • Die eigene Professionalisierung entwickeln und Schule gestalten.

Fachdidaktische Konkretisierungen werden auf der Basis des Referenzrahmens entwickelt.


5.  Rechtlicher Rahmen

Den gültigen rechtlichen Rahmen für die Ausbildung in der II. Phase und für die Zweite Staatsprüfung bildet die Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung für Lehrämter an Hamburger Schulen.

Die Richtlinien über Ziele, Gestaltung und Organisation der Ausbildung im Vorbereitungsdienst für die Lehrämter an Hamburger Schulen (Ausbildungsrichtlinien) – gültig seit 1.2.2013 – regeln Ziele und Grundsätze für die organisatorische und konzeptionelle Gestaltung des Vorbereitungsdienstes.  

Die Verordnung Lehramt zur Ausführung des Hamburgischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (HmbBQFG-VO-Lehramt) vom 4.6.2013 regelt die rechtlichen Grundlagen der Anpassungsqualifizierung.

Das ZLH organisiert das Kernpraktikum

Zentrum für Lehrerbildung Hamburg

https://www.zlh-hamburg.de/studium/praktika/kp.html