Organisation und Inhalte der Lehrerausbildung am Landesinstitut Hamburg

Mehr als 1000 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst aller Schulformen werden in der Abteilung Ausbildung des Landesinstituts Hamburg (LIA) in einer 18-monatigen Ausbildung auf die vielfältigen Aufgaben der Lehrerin/des Lehrers vorbereitet.

Organisation und Inhalte der Lehrerausbildung am Landesinstitut Hamburg


Kapitelübersicht


1. Lehrämter

In der Abteilung Ausbildung werden rd.  1215 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst in vier, ab 1. August 2020 in fünf Lehrämtern ausgebildet.

Lehrämter:
Primarstufe und Sekundarstufe I (LAPS):  337 LiVs
Gymnasien (LAGym):                                 345 LiVs
Sonderpädagogik (LAS):                           154 LiVs
Berufliche Schulen (LAB):                         180 LiVs
Lehramt an Grundschulen (LAGS)              45 LiVs

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2. Struktur und Formate der Ausbildung

  • Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. Seit 1.2.2013 werden überwiegend Masterabsolventen des Lehramtsstudiums ausgebildet. Einstellungstermine sind der 1.2. und 1.8. eines jeden Jahres.
  • Während des Vorbereitungsdienstes wird durchgängig bedarfsdeckend und eigenständig unterrichtet im Umfang von durchschnittlich 10 Wochenstunden. In der Regel werden im ersten Halbjahr 6-8 Wochenstunden, im zweiten und dritten Halbjahr 10-12 Wochenstunden unterrichtet. Insgesamt müssen in 18 Monaten 30 Wochenstunden erreicht werden.
  • Die Ausbildung erfolgt in zwei Unterrichtsfächern (für das Lehramt an Grundschulen, das Lehramt Primarstufe und Sekundarstufe I sowie für das Lehramt an Gymnasien) bzw. in einem Unterrichtsfach und zwei Fachrichtungen (Lehramt Sonderpädagogik) oder in einem Unterrichts- und einem Berufsfach (Lehramt Berufliche Schulen). Die Unterrichtsfächer sind fast alle miteinander kombinierbar.
  • Schulische Ausbildung / schulischer Einsatz während des Vorbereitungsdienstes:

    Lehramtschulischer Einsatz
    Lehramt an Grundschulen:
    Durchgängig bedarfsdeckender Unterricht an einer Grundschule, in Kleingruppenhospitationen Erfahrungen und Einblicke in den Bereich der Übergänge
    Lehramt Primarstufe und Sekundarstufe I:
    in der Regel sowohl an Grundschulen als auch an Stadtteilschulen.
    Lehramt an Gymnasien
    Entweder an Gymnasien oder an Stadtteilschulen
    Lehramt Sonderpädagogik:
     An speziellen Sonderschulen als auch an Stadtteilschulen (inklusiven Einrichtungen), bisweilen auch in Regionalen Bildungs- und Beratungszentren
    Lehramt an beruflichen Schulen:
    Ausbildung in den verschiedenen Typen und Bildungsgängen der beruflichen Schulen
     
  • Im Landesinstitut werden die Lehrkräfte in jeweils einem Hauptseminar und zwei Fachseminaren bzw. Fachrichtungsseminaren ausgebildet. Die Fachseminare sind jahrgangsgemischt und zum Teil auch lehramtsgemischt  zusammengesetzt. Hauptseminare vermitteln allgemeine Grundlagen der Profession, allgemeine Pädagogik und Didaktik sowie Schulpädagogik und Schulrecht. Die Hauptseminarleitungen sind Dienstvorgesetzte der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst. In Fachseminaren werden fachdidaktische Qualifikationen vermittelt. Fachrichtungsseminare vermitteln die Qualifikationen der jeweiligen sonderpädagogischen Fachrichtungen.
  • Außerdem besuchen die Lehrkräfte Veranstaltungen im Lehrertraining (Schwerpunkt Beratungskompetenzen und personale Kompetenzen) sowie Pflicht- und Wahlmodule (überfachliche Kompetenzen). Thementage (‚Blick über den Tellerrand‘) und Kompakttage (Arbeit an exemplarischen komplexen Lernsituationen mit Haupt- und Fachseminarleitungen) werden auf der Ebene von Unterabteilungen (mit Lehramtsbezug) oder für die ganze Abteilung Ausbildung angeboten. 
  • Die Seminarleitungen hospitieren die Lehrkräfte im VD i.d.R. jeweils dreimal während der Ausbildung. Außerdem nehmen die Lehrkräfte im VD an mindestens 20 Kleingruppenhospitationen teil, von denen sie mindestens zwei aktiv selbst gestalten. Das Prinzip des reflexiven Erfahrungslernens ist dabei grundlegend.
  • Jede Lehrkraft im VD hat Anspruch auf die Begleitung durch Fachmentoren in jedem ihrer Unterrichtsfächer. Seit dem 1.2.2013 werden allen Schulen, die Lehrkräfte im VD ausbilden, insgesamt 3 Stunden Wochenarbeitszeit (WAZ) für die Dauer der gesamten Ausbildung zugewiesen, die sich auf die Fachmentoren in beiden Fächern verteilen und ihnen als Funktionszeit angerechnet werden sollen. Die Lehrkräfte im VD haben Anspruch auf wöchentliche Unterrichtsbesuche bzw. Beratungen durch die Mentoren im Umfang von 1,5 Stunden Wochenarbeitszeit je Mentor.

  • Die Lehrkräfte im VD sollen ein Portfolio führen, das der Dokumentation und vor allem der Reflexion ihrer Erfahrungen dient. Es soll dabei helfen, die Ausbildung reflexiv zu begleiten. Das gilt insbesondere für die Gestaltung von komplexen Lernsituationen und für die Befassung mit Praxissituationen in der schriftlichen Arbeit und in der mündlichen Prüfung
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3. Prüfungen

Das zweite Staatsexamen (in Klammern der Prozentanteil der Note des jeweiligen Prüfungsteils an der Gesamtnote) setzt sich zusammen aus:

  • zwei unterrichtspraktischen Prüfungen (je 15%),
  • einer schriftlichen Arbeit (10%),
  • einer kolloquialen mündlichen Prüfung (20%) und
  • der Note für die Bewährung im VD (40%).

Schriftliche Arbeit und mündliche Prüfung sollen sich auf komplexe Praxissituationen beziehen, die die Lehrkräfte während ihrer Ausbildung erfahren haben.

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4. Curriculare Grundlagen

Der Referenzrahmen für die Ausbildung von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst  bildet die curriculare Grundlage der gesamten Ausbildung. Er ist kompetenzorientiert angelegt und auf die zentralen Handlungsfelder der Profession ausgerichtet. Damit greift er zugleich die KMK-Standards für Lehrerbildung auf. Die formulierten Anforderungen finden sich in den Berichtskategorien der Abschlussberichte wieder.

Für folgende Bereiche werden Anforderungen formuliert:

  • Personale und sozial-kommunikative Kompetenzen entwickeln
  • Unterrichten (Lernprozessgestaltung)
  • Erziehen und Beraten
  • Diagnostizieren, Beurteilen und Bewerten
  • Die eigene Professionalisierung entwickeln und Schule gestalten.

Fachdidaktische Konkretisierungen werden auf der Basis des Referenzrahmens entwickelt.

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5.  Rechtlicher Rahmen

Den gültigen rechtlichen Rahmen für die Ausbildung in der II. Phase und für das zweite Staatsexamen bildet die Verordnung über den Vorbereitungsdienst und die Zweite Staatsprüfung für Lehrämter an Hamburger Schulen.

Die ‚Richtlinien über Ziele, Gestaltung und Organisation der Ausbildung im Vorbereitungsdienst für die Lehrämter an Hamburger Schulen‘ (Ausbildungsrichtlinien)  -  gültig ab 1.2.2013  -  regeln Ziele und Grundsätze für die organisatorische und konzeptionelle Gestaltung des Vorbereitungsdienstes.  

Die Verordnung Lehramt zur Ausführung des Hamburgischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (HmbBQFG-VO-Lehramt) vom 4.6.2013 regelt die rechtlichen Grundlagen der Anpassungsqualifizierung .


Das ZLH organisiert das Kernpraktikum