Fachtag Radikalisierungsprävention
Praxisbausteine
5-01 bis 5-11 von 15.00–16.00 Uhr
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5-01 Betroffene im Blick haben
Schülerinnen und Schüler stärken
„empower ist eine Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Wir unterstützen und beraten Betroffene und auch deren Angehörige, Freund:innen sowie Zeug:innen eines Angriffs oder einer Bedrohung.“ (empower)
In diesem Workshop wird die Arbeitsweise der Beratungsstelle und die Kooperationsmöglichkeit im Rahmen von Vorfällen dargestellt und besprochen.
Beratungsstelle empower
5-02 Umgang mit schwierigen Äußerungen von Schülerinnen und Schülern
„Darf der das sagen?“
Provokationen, gruppenbezogene Abwertungen und Menschenfeindlichkeit oder (verschwörungs-)ideologisch geprägte Bemerkungen stellen Lehrkräfte vor Herausforderungen. Im Workshop werden wir zu pädagogischen Reaktionsmöglichkeiten arbeiten: Wie kann ich widersprechen, deeskalieren – und gleichzeitig Lernprozesse anstoßen?
Dr. Jochen Müller, Co-Geschäftsführer ufuq.de und Ramses Oueslati, LI Hamburg
5-03 Umgang mit religiös begründeter Radikalisierung
„Religiös begründete Radikalisierung? – Einblick in Radikalisierungsstrukturen und Handlungsstrategien für Fachkräfte"
Islamistische Einstellungen oder Verhaltensweisen können in der Schule verunsichern. Dieser Workshop vermittelt Handlungssicherheit im Umgang mit ideologischer Abschottung, religiösem Fundamentalismus oder Loyalitätskonflikten. Thematisiert werden auch Abgrenzungen zu Religionsausübung und Diskriminierungserfahrungen.
Legato, Systemische Ausstiegsberatung
5-04 Umgang mit Antisemitismus in der Schule
„Antisemitismus begegnen“ – Schule als sicherer Ort für jüdische Schülerinnen und Schüler
Antisemitismus, vor allem auf Israel bezogen, ist an unseren Schulen präsent. Der Workshop zeigt, wie Antisemitismus frühzeitig erkannt, professionell angesprochen und gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern bearbeitet werden kann – und welche Rolle Erinnerungskultur, Haltung und Schulklima dabei spielen.
Johanna Jöhnck, LI Hamburg
5-05 Umgang mit Rechtsextremismus in der Schule
„(Extrem) rechte Tendenzen im Klassenzimmer?“ – Pädagogisch handeln bei menschenfeindlichen Positionen
Wie gehen Schulen mit rechten Parolen, Symbolen oder Verschwörungserzählungen um? Dieser Workshop vermittelt pädagogische Umgangsmöglichkeiten mit (extrem) rechten Einstellungen im Schulalltag und thematisiert die Balance zwischen Klarheit, Dialogbereitschaft und Schutz aller Beteiligten.
Kurswechsel Hamburg
5-06 Intervention und Case Management
„Fallarbeit konkret“ – Intervention und Case Management bei Radikalisierungsverdacht
Was tun, wenn der Verdacht auf Radikalisierung besteht? Anhand konkreter Fallbeispiele wird in diesem Workshop ein systematischer Umgang mit Verdachtsmomenten vermittelt. Themen sind u. a. Fallverstehen, Risikoabschätzung, Gesprächsführung und Kooperationsstrukturen mit Beratungsstellen.
Sharif Asadi, Beratungsstelle Gewaltprävention
5-07 Schulleitung in der Verantwortung – Prävention strategisch denken
Schulleitungen tragen entscheidend zur Haltung und Kultur einer Schule bei. In diesem Workshop geht es um Führungsverantwortung in der Präventionsarbeit: Wie lassen sich Präventionskonzepte institutionell verankern? Welche Rolle spielt der Fachunterricht? Wer kann und muss welche Aufgaben übernehmen?
Mara Sommerhoff, LI Hamburg
5-08 Grenzen setzen – Orientierung geben – § 49 als Handlungsrahmen
Der § 49 HmbSG beschreibt das vorgegebene Verfahren, wie Schulen mit gewalttätigem, übergriffigem bzw. schädigendem Verhalten von Schülerinnen und Schülern umgehen sollen. Einerseits vermittelt die Durchsetzung von formalen Ordnungsmaßnahmen, dass der Schutz der Schulgemeinschaft und der Gefährdeten im Fokus steht, andererseits zeigen die erzieherischen Maßnahmen auf, dass es immer auch um die psychosoziale Entwicklung der betroffenen Schülerinnen und Schüler gehen soll. Im Workshop werden Fallbeispiele skizziert, sinnvolle Anwendungsszenarien präsentiert, Kooperationsansätze verdeutlicht und Radikalisierung im Kontext einer Schulgemeinschaft beleuchtet.
Christian Böhm, Beratungsstelle Gewaltprävention
Christoph Berens, LI Hamburg
5-09 Zwei Impulse aus der Schulpraxis
Dialogforum in der Schule – Praxisbeispiele für gemeinsame Verständigung
In diesem Workshop wird es praktisch: Thorsten Buchinger stellt Ihnen das „Dialogforum“ vor und Stefanie Böhmann den „Antirassismus-Tag“. Beide Formate sind als Räume für Austausch, Konfliktbearbeitung und Perspektivwechsel zu verstehen, die es gerade in angespannten Zeiten in der Schule braucht.
Gleichzeitig gehen wir der Frage nach: Wie gelingt ein schulweiter Aktionstag, der Schülerinnen und Schüler aktiviert und Rassismus thematisiert – ohne bloße Symbolik? Wie gelingt ein Dialog, wenn sich Menschen mit angeblich unüberbrückbaren Positionen gegenüberstehen?
In diesem Workshop werden Konzepte vorgestellt, inklusive Planung, Moderation und Erfahrungswerten aus der Praxis. Eine Einladung zur Nachahmung!
Stefanie Böhmann, Stadtteilschule Öjendorf
Thorsten Buchinger, Fachschule für Soziale Arbeit Alsterdorf
5-10 Umgang mit Verschwörungserzählungen
Wie soll ich als Lehrkraft eigentlich reagieren, wenn Schülerinnen und Schüler im Unterricht Verschwörungserzählungen als historische Fakten benennen? Was tue ich oder an wen wende ich mich, wenn Eltern im Gespräch antidemokratische, „verschwörerische“ Tendenzen zeigen? Welche Kommunikationsformen soll ich wählen, wenn Kolleginnen und Kollegen sich aus dem gemeinsamen Diskurs zunehmend verabschieden?
In diesem Workshop soll es um pädagogische Umgangsformen mit Verschwörungsdenken im Schulalltag gehen und um die Balance zwischen Klarheit, Dialogbereitschaft und Schutz aller Beteiligten.
Larissa Denk und Fabian Kaufmann, Bildungsarbeit.org
5-11 Rassismus erkennen und thematisieren
Pädagogisch handeln gegen Ausgrenzung an den Beispielen Antiziganismus und Muslimfeindlichkeit
Ausgehend von Erfahrungen aus dem Unterrichts- und Schulalltag thematisiert der Workshop den Umgang mit Rassismus in der Schule.
Im Fokus stehen:
- das Erkennen und Einordnen von diskriminierenden Äußerungen und Handlungen.
- der reflektierte Umgang mit eigenen Haltungen.
- die Entwicklung konkreter Handlungsstrategien gegen Ausgrenzung.
- Ansätze zur Stärkung von Empowerment und solidarischem Handeln in der Schule.
Dzonny Sichelschmidt, Stadtteilschule am Hafen
Zahide Kavounis, LI Hamburg