Erhöhte Gefahr von Genitalverstümmelung und Zwangsverheiratung in den Sommerferien
Mit Beginn der Sommerferien steigt für einige Schülerinnen in Deutschland das Risiko, Opfer von Genitalverstümmelung (FGM) oder Zwangsverheiratung zu werden. Besonders betroffen sind Mädchen aus streng patriarchalisch geprägten Familienstrukturen. Pädagogische Fachkräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Prävention und dem Schutz dieser Kinder und Jugendlichen.
Was ist weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C)?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert FGM (Female Genital Mutilation) als alle Verfahren, bei denen die äußeren weiblichen Genitalien aus nichtmedizinischen Gründen teilweise oder vollständig entfernt werden. Diese Praktiken verursachen erhebliche gesundheitliche und psychologische Schäden und stellen eine schwere Menschenrechtsverletzung dar.
Zwangsverheiratung: Mädchen, aber auch Jungen, sind gefährdet!
Unter Zwangsverheiratungen versteht man Ehen, bei denen mindestens einer der Eheleute durch Gewalt oder Drohungen zum Eingehen einer formellen oder informellen Ehe gezwungen wurde. Entweder hat sich der/die Betroffene nicht getraut, sich zu widersetzen, oder seine/ihre Weigerung wurde nicht akzeptiert. Dies betrifft vor allem Mädchen, aber manchmal auch Jungen. Die Sommerferien werden häufig genutzt, um betroffene Jugendliche ins Ausland zu bringen und dort zu verheiraten.
Pädagogische Fachkräfte können Anzeichen für eine drohende Zwangsverheiratung oder weibliche Genitalverstümmelung (FGM) erkennen, wenn Schülerinnen beispielsweise stark isoliert werden, keine außerschulischen Aktivitäten wahrnehmen dürfen, von bevorstehenden Reisen ins Herkunftsland berichten, plötzlich die Schule verlassen sollen, von familiären Feiern im Ausland erzählen oder auffällig kontrolliert oder bedrückt wirken.
Mehr Informationen finden Sie im Artikel Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen