Sexualerziehung

Sie lesen den Originaltext

Vielen Dank für Ihr Interesse an einer Übersetzung in leichte Sprache. Derzeit können wir Ihnen den Artikel leider nicht in leichter Sprache anbieten. Wir bemühen uns aber das Angebot zu erweitern.

Vielen Dank für Ihr Interesse an einer Übersetzung in Gebärden­sprache. Derzeit können wir Ihnen den Artikel leider nicht in Gebärdensprache anbieten. Wir bemühen uns aber das Angebot zu erweitern.


Quelle: LI Hamburg

Sexualisierte Gewalt (weiterführende Schule)

Informationen zur Intervention bei Vorfällen von sexualisierter Gewalt an der Schule und zur Prävention.

Wenn Bedarf an Beratung oder Fortbildungsveranstaltungen zum Thema besteht, sprechen Sie uns an.

Beate Proll
Telefon 040 42 88 42 – 740 I E-Mail  beate.proll@li.hamburg.de

 

Soforthilfe, Unterstützungsangebote für konkrete Situationen

Eine Erstberatung erhalten Sie in der Abteilung Beratung — Vielfalt, Gesundheit und Prävention im Arbeitsbereich Sexualerziehung.

Beate Proll
Telefon 040 42 88 42 – 740 I E-Mail  beate.proll@li.hamburg.de

Bei Übergriffen unter Schülerinnen und Schülern wenden Sie sich bitte an die Beratungsstelle Gewaltprävention Hamburg der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB).

Wenn Kinder oder Jugendliche von sexualisierter Gewalt betroffen sind, muss der Gewaltmeldebogen ausgefüllt und an die Polizei weitergeleitet werden.

Liegt der Verdacht auf Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Schülerinnen und Schülern vor, gilt die „Richtlinie zum Umgang der Schulen mit dem Verdacht auf Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung der Schülerinnen und Schüler.

Bei Verdacht auf sexuelle Grenzverletzungen unter Kindern und Jugendlichen finden Lehr- und pädagogische Fachkräfte im Leitfaden „Sexuelle Grenzverletzungen — Handeln bei sexuellen Grenzverletzungen unter Kindern und Jugendlichen“, Informationen zur Einschätzung und für angemessene Maßnahmen. Sie sollten  hier sensibel zwischen altersgerechter Sexualität und grenzverletzendem Verhalten unterscheiden.

Betroffenen, ratsuchende Kinder und Jugendliche, die sich direkt an Beratungsstellen wenden möchten, finden eine Liste mit Kontaktadressen auf dem jip – Jugendinformationsportal. Unter Notfallkontakte  gibt es ein Faltblatt in Form eines Mobiltelefons zum Download, das Jugendliche bequem bei sich tragen können.

Die Nummer gegen Kummer ist ein bundesweites, kostenfreies und anonymes Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche. Sie können sich telefonisch, per E-Mail oder über eine Chatfunktion an Beraterinnen und Berater wenden. Auch Sorgeberechtigte erhalten über das Elterntelefon kostenlose Unterstützung.

Das „Netzwerk Hamburger Einrichtungen gegen sexualisierte Gewalt“ (NEXUS) bietet mit der Übersicht  Wege zur Hilfe bei sexualisierter Gewalt in Hamburg (2022)  eine Liste der Beratungs- und Hilfsangebote inklusive der Kontaktdaten der Fachberatungsstellen.
Auf der Internetseite ist ein Stadtplan mit den Standorten in Hamburg verzeichnet.

Folgende Fachberatungsstellen gehören dazu:

Das gemeinnützige Projekt „DigiStars” aus Hamburg bündelt digitale Soforthilfe-Angebote für Jugendliche in Deutschland und stellt diese übersichtlich auf https://digi-stars.de dar. Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte und Fachkräfte finden dort schnell passende, geprüfte und kostenfreie Online-Hilfsangebote zu sensiblen Themen wie sexualisierte Gewalt, Liebe und Sexualität, LSBTIQ+, aber auch Suizidgedanken, mentale Gesundheit, Obdachlosigkeit, Trauer und Tod oder Aufwachsen mit psychisch oder suchtkranken Eltern.

Allgemeine Informationen zu sexualisierter Gewalt und sexuellen Grenzverletzungen

Mit „sexualisierter  Gewalt an Kindern und Jugendliche“ sind die vielfältigen Formen der Gewalt gegen die sexuelle Integrität von Kindern und Jugendliche gemeint.  Der Begriff  verdeutlicht, dass sexuelle Handlungen benutzt werden, um Macht und Gewalt ausüben zu können.

Die Kultusministerkonferenz (KMK, heute Bildungsministerkonferenz, BMK) empfiehlt größtmögliche Sensibilität gegenüber dem Problem der sexuellen Übergriffe und spricht sich für engagiertes Handeln aus (siehe KMK-Handlungsempfehlung, 2013).

Bezugnehmend auf die Zahlen der WHO geht der Arbeitsstab der Unabhängigen Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) von durchschnittlich ein bis zwei von sexualisierter Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen pro Schulklasse aus.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik liefert jährlich Zahlen zu Fällen von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Auch auf Hamburger Ebene werden dazu Daten veröffentlicht. Es zeigt sich, dass drei Viertel der Opfer weiblich sind. Da jedoch nur ein kleiner Teil der Taten angezeigt wird, bleiben viele Fälle im Dunkelfeld.

Etwa ein Drittel der Fälle sexualisierter Gewalt gegen Mädchen und Jungen wird von Jugendlichen selbst verübt. Die Betroffenen brauchen Schutz und Hilfe, aber auch sexuell übergriffige Jungen und Mädchen benötigen Unterstützung von Fachberatungsstellen, um weitere sexuelle Grenzverletzungen zu verhindern.

Auf dem Hilfeportal Sexueller Missbrauch  der  UBSKM  ist eine bundesweite Datenbank mit Informationen, Adressen und Unterstützungsangeboten für Betroffene, ihre Angehörigen sowie Fachkräfte zu finden.
Für den schulischen Kontext finden sich auf der Internetseite Schule gegen sexuelle Gewalt die Angebote und Regelungen der einzelnen Bundesländer zu Prävention und professionellem Umgang mit konkreten Situationen.
Wenn Sie Anbieter:innen im Themenfeld „Sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend” suchen oder eine Fortbildung zu diesem Thema wünschen, finden Sie diese in der bundesweiten Datenbank Fortbildungsnetz sG - Datenbank für Fortbildungsangebote zu sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend“.
Selbstverständlich können pädagogische Fachkräfte an Hamburger Schulen auch die kostenlosen und anerkannten Beratungs- und Fortbildungsangebote aus dem Arbeitsbereich Sexualerziehung nutzen. 

 

Sexualisierte Gewalt als Unterrichtsthema in der Schule

Die Hamburger Bildungspläne zur Sexualerziehung legen einen klaren Fokus auf die Prävention sexualisierter Gewalt sowie auf die Förderung von Schutzmechanismen für Schülerinnen und Schüler.
Sie betonen die Bedeutung von Gesprächsräumen und Reflexion, um Schülerinnen und Schüler für ihre eigenen Grenzen zu sensibilisieren und die Fähigkeit zu entwickeln, diese zu setzen und zu respektieren. Ziel ist es, Gefährdungssituationen und strafbare Handlungen sowohl im analogen als auch im digitalen Raum zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
Pädagogische Fachkräfte in Hamburg haben über das TIS‑Portal  Zugang zu einem breiten zentralen und schulinternen Fortbildungsangebot zur Prävention sexualisierter Gewalt.

Themen für den Unterricht

Ab Jahrgang 5 werden unterschiedliche Formen und Folgen von Gewalt sowie Handlungsmöglichkeiten altersgerecht besprochen. Die Bildungspläne benennen Themen wie sexualisierte und sexistische Sprachmuster, das Erkennen von Gefahrensituationen und strafbarer Handlungen, das Holen von Hilfe für sich und andere, Selbstschutz, Sexismus, homo-/transfeindliche Gewalt, Gewalt in Beziehungen, Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung (FGM/C), Femizide, Vergewaltigung und die Loverboy-Methode.

Zu allen Themen gibt es Empfehlungen für passende Materialien. 
So sollten Schüler:innen beispielsweise bei K.O.-Tropfen wissen, was diese sind, welche Wirkstoffe typischerweise verwendet werden und wie diese im Körper wirken. Sie sollten über die Gefahren und rechtlichen Aspekte aufgeklärt sein, Präventions- und Schutzmöglichkeiten kennenlernen und wissen, wo sie Proben sichern lassen können. Hierzu gibt es Informationen vom UKE.

 

Unterstützung durch Fachberatungsstellen im Unterricht

Eine gute, kontinuierliche und fächerübergreifende Sexualerziehung gilt als wichtiger Präventionsbaustein, denn Sprechfähigkeit und Enttabuisierung des Themas sind hierfür entscheidend. Zur Vertiefung einiger Aspekte können Schulen zusätzlich auf die Angebote externer Fachberatungsstellen zurückgreifen.

Die Teamer und Teamerinnen von talk about kommen in die Schule und arbeiten mit Schülerinnen und Schülern zu Themen wie dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, der Sensibilisierung für die eigenen Grenzen und die der anderen, den Dimensionen der Diskriminierung, sexualisierter Gewalt und der Entscheidungsfreiheit als Teil der Persönlichkeitsentwicklung.

Da sexualisierte Gewalt  überwiegend von Männern und Jungen verübt wird, bietet der Verein Jungenarbeit Hamburg e. V. gezielt Präventionsprojekte zur Thematisierung von sexualisierter Gewalt, Männlichkeit und Rollenvorstellungen an. Im Rahmen des Peer-Projekts comMIT!ment  werden seit 2016 junge Männer im Alter von 16 bis 27 Jahren zu Teamern ausgebildet.

Die Angebote von Allerleirauh sind speziell für Mädchen gedacht.  Ziel ist es, sie für ihre eigenen Bedürfnisse, Gefühle, Wahrnehmungen und Grenzen zu sensibilisieren, damit sie sexuelle Übergriffe schneller einordnen können. Dazu gehört auch, „nein” zu sagen und sich Hilfe zu holen. Die Angebote sind auch für beeinträchtigte Mädchen geeignet.

basis-praevent  ist ein Verein, der sich an Jungen und Männern wendet.  Präventionsveranstaltungen für Schulklassen sind möglich; ebenso Beratung von Jungen und Männer, die Opfer von sexueller Gewalt wurden.

Das Präventionsangebot von Dolle Deerns richtet sich an Mädchengruppen und Mädchenklassen und zielt auf Selbststärkung und die Entwicklung eigener Handlungsmöglichkeiten ab.

Das Portfolio von  Dunkelziffer e. V. umfasst mehrere Angebote zur Prävention sexualisierter Gewalt. „Stark machen. Klasse sein” richtet sich beispielsweise an Kinder der Jahrgänge 5 und 6 sowie an Lehrkräfte und Eltern und bietet ihnen alters- und sachgerechte Informationen über sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Der Film „Leise Krieger“ thematisiert die Reaktionen des Umfelds bei bestehendem Missbrauch. Dadurch können Schuldgefühle der betroffenen Jugendlichen verstärkt und ihre Suche nach Hilfe erschwert werden.

Zündfunke e. V. bietet Beratungen und Fortbildungen für Betroffenen und Fachkräfte.

Auf dem Jugendportal vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) Loveline sind in der Kategorie „Sex und Gesetz“ die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz von Jugendlichen vor sexueller Ausbeutung zusammengefasst. Von kommerzieller sexueller Ausbeutung sind sowohl minderjährige Mädchen als auch Jungen betroffen.

Bei der sogenannten Loverboy-Methode werden Mädchen und junge Frauen unter der Vortäuschung von Liebe zur Prostitution gezwungen. Das Projekt Fair Love von der Fachberatungsstelle Prostitution Hamburg Sperrgebiet/ Diakonisches Werk Hamburg bietet Gruppenveranstaltungen und Einzelberatungen für Jugendliche, Fachkräfte und Angehörige an. Ziel des Projekts ist es, über die Loverboy-Methode zu sensibilisieren und aufzuklären sowie Betroffene an geeignete Unterstützungsangebote zu vermitteln. Alle Angebote sind kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym.

 

Sexualisierte Gewalt in und mit digitalen Medien

Sexuelle Übergriffe im digitalen Raum können sich auf vielfältige Weise äußern. Dazu zählen das Weiterleiten pornografischer Inhalte an Minderjährige, das Verbreiten von Missbrauchsdarstellungen („Kinderpornografie“), KI-generierte Nacktbilder, Cybergrooming sowie missbräuchliches Sexting bzw. Sextortion (Erpressung mit intimen Bildern). All dies ist längst Teil der Lebensrealität vieler junger Menschen.

Die psychischen Folgen für die Betroffenen sind gravierend: Sie erleben Kontrollverlust, Ohnmacht und Scham. Viele machen sich selbst Vorwürfe, beispielsweise weil sie Bilder verschickt oder Warnsignale übersehen haben. Die Angst, dass Familie, Freundeskreis oder Lehrkräfte von dem Erlebten erfahren könnten, hindert sie oft daran, sich Hilfe zu holen. Besonders groß ist die Sorge, dass ihnen das Mobiltelefon weggenommen oder sie mit Schuldzuweisungen konfrontiert werden könnten.

Auch wenn viele Übergriffe außerhalb der Schule geschehen, bleibt sie für Kinder und Jugendliche ein Schutz- und Lernort. Hier erleben sie Beziehungen, Alltag und Konflikte und finden im besten Fall Vertrauenspersonen. Deshalb ist es entscheidend, dass Schulen sich aktiv mit sexualisierter Gewalt im digitalen Raum auseinandersetzen.

Zur Prävention gehört es, mit Kindern und Jugendlichen altersgerecht und empowernd über Themen wie Privatsphäre, Recht am eigenen Bild, Grenzen und respektvollen Umgang mit Intimität zu sprechen. Ein Übergriff wird oft nicht sofort als solcher erkannt. Was harmlos erscheint, kann für Betroffene hoch verletzend sein. Auch das Gefühl, sich einmischen zu müssen, überfordert viele.
Die Schule kann dabei helfen, diese Grauzonen zu klären. 

In Chatgruppen von Schülerinnen und Schülern kursieren z. B. bundesweit Videos und Bilder mit kinderpornografischen Inhalten. Vielen der meist minderjährigen Verbreiterinnen und Verbreiter fehlt das Bewusstsein dafür, dass sie Darstellungen eines realen sexuellen Kindesmissbrauchs weiterleiten. Auch die rechtliche Dimension ihres Handelns ist jungen Menschen oft nicht bewusst. Mit einem Klick machen sie sich selbst strafbar. Mit der Kampagne soundswrong und unter dem Hashtag #denkenstattsenden klärt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) über die strafbare Verbreitung von Kinderpornografie in Chats und Messengern auf.
Die Clips werden auf den Social-Media-Kanälen der ProPK veröffentlicht.
Instagram: www.instagram.com/zivilehelden
Facebook: www.facebook.com/zivihelden
YouTube: Kanal der Polizeilichen Kriminalprävention

Die Präventionskampagne #dontsendit des Bundeskriminalamts befasst sich in erster Linie mit der Problematik des Versendens von selbst gefertigten Nacktbildern und soll über die sozialen und strafrechtlichen Folgen aufklären. Wenn Kinder, also Personen unter 14 Jahren, Fotos oder Videos von sich anfertigen, handelt es sich hierbei um sogenannte kinderpornografische Inhalte. Wer solche Nacktbilder oder -videos herstellt, versendet, empfängt, weiterleitet oder speichert, macht sich gemäß § 184b StGB strafbar. Es ist jedoch nicht strafbar, wenn Jugendliche (Personen zwischen 14 und 18 Jahren) mit Einwilligung der/des dargestellten Jugendlichen jugendpornografische Inhalte anfertigen und innerhalb einer sexuellen Partnerschaft zum persönlichen Gebrauch austauschen (siehe Safer Sexting).

Des Weiteren warnt das BKA vor Online-Gruppen, die sich das Vertrauen junger Menschen erschleichen, um sie in einen gefährlichen Kreislauf aus Drohungen, Erpressung und Selbstverletzungen zu verwickeln. Unter dem Artikel Falsche Freunde. Echte Gefahr: Gewaltbereite Online-Communities drängen Kinder und Jugendliche zu Selbstverletzung und Straftaten wird über diese Phänomene aufgeklärt, die weit über sexuelle Ausbeutung hinausgehen.

 

Für alle Altersstufen und Themen gibt es gute Unterrichtsmaterialien und Hintergrundinformationen.

Online sein. Smart sein ist der Titel des medienpädagogischen Projekts von Dunkelziffer e. V. Es befasst sich mit Chatten, Handynutzung, Täterstrategien, Sicherheitsregeln und vielem mehr. (ab 5. Jahrgang).

Als Cybergrooming wird die gezielte Belästigung von Kindern oder Jugendlichen im Internet bezeichnet. Dabei sprechen (meist) Erwachsene Kinder an, um sie in sexuelle Gespräche zu verwickeln oder zu missbrauchen. Um ihr Vertrauen zu gewinnen, geben sich die Täter und Täterinnen häufig als Jugendliche aus. In einem Aufklärungsfilm der Landesanstalt für Medien NRW werden die wichtigsten Regeln und Vorsichtsmaßnahmen vermittelt, mit denen sich Kinder und Jugendliche im Internet vor  Übergriffen schützen können. Für den Unterricht im Jahrgang 5 bis 8 gibt es auch Begleitmaterial zum Video. 

Das NDR Medienkompetenz-Portal hat mit der Leitfrage "Was ist Cybergrooming und wie kann ich mich schützen?" ein Komplettes Lernmodul zum Thema Cybergrooming für pädagogische Fachkräfte und eine Schülerversion mit Infos und Aufgaben zum Thema Cybergrooming entwickelt.

Klicksafe bietet eine Vielzahl von Angeboten zum Thema Internetsicherheit für pädagogische Fachkräfte, Kinder und Jugendliche sowie Sorgeberechtigte. Das Angebot umfasst Handreichungen, kompakten Unterrichtseinheiten, Plakaten und Checklisten sowie interaktives Lehrmaterial in Form von Erklärvideos, Online-Quizzen, Actionbounds oder Apps. Die Unterrichtsmaterialien behandeln unter anderem die Themen soziale Netzwerke, Datenschutz, Sexting, Pornografie, Cybergrooming und weitere Online-Risiken.
Klicksafe informiert auch über das Phänomen der bildbasierten sexuellen Gewalt und zeigt Handlungsoptionen für Betroffene auf. Unter der Überschrift „Was tun gegen Nacktbilder und Deepfakes im Netz?” werden verschiedene Aspekte dieses Problems beleuchtet und Maßnahmen gegen die ungewollte Verbreitung intimer Bilder vorgestellt.  


 
Digitale sexualisierte Gewalt - Ein Ratgeber für Fachkräfte  von Basis-Prevent erklärt Formen dieser Gewalt und die Möglichkeiten der Prävention. Der Ratgeber geht auch auf Besonderheiten im Umgang mit digitaler sexualisierter Gewalt bei Jungen ein.

Innocence in Danger e.V.  hat sich auf Missbrauch mit Hilfe digitaler Medien spezialisiert und bietet Jugendlichen und Erwachsenen Informationen sowie Präventionsmaterialien und Schutzkonzepte an. Mehrere Erklärvideos gehen auf die unterschiedlichen Themen ein, u.a. auch auf Sexting.

In der Mediathek für Hamburger Schulen gibt es einige Filme, die das Thema sexualisierte Gewalt thematisieren. Im Spielfilm „Soziales Lernen 13: Im Netz 5 - Sexualität im Internet“ (bitte den Titel in die Suchmaske eingeben)  geht es um die emotionalen Auswirkungen und rechtlichen Konsequenzen, die die Verbreitung von selbstgedrehter Videos mit sexuellem Inhalt, gewaltverherrlichende Videos und Internetmobbing haben können.

Weitere Hintergrundinformationen und Hilfeangebote bei sexualisierter Gewalt im Internet finden Sie auf der Seite der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM).

Schutzkonzepte und Präventionsmaßnahmen für Schulen

Das Bundeskinderschutzgesetz von 2012 stärkt den Kinderschutz — auch im Bereich der sexualisierten Gewalt.

Mit den Handlungsempfehlungen  von 2013 hat sich die  BMK über Maßnahmen  zur  Vorbeugung  und  Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen und Gewalthandlungen in Schulen und schulnahen  Einrichtungen  verständigt.

„Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt ist eine bleibende gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) trägt mit der Förderung von Forschung dazu bei, den Schutz von Kindern und Jugendlichen durch neue Erkenntnisse und innovative Konzepte zu verbessern.“ (Bekanntmachung vom BMBG, 2016).

Zur effektiven Umsetzung und um allen Beteiligten Handlungssicherheit zu geben, wurde den Schulen der Kinderschutzordner für Hamburger Schulen (2017) zur Verfügung gestellt. Er dient ihnen als Grundlage zur verpflichtenden Entwicklung eines standortspezifischen Kinderschutzkonzeptes. Die Inhalte wurden von der Beratungsstelle Gewaltprävention in Kooperation mit dem Landes­institut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI), den Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) sowie der fachlichen Unterstützung der AG Kinderschutz, AG Grenze und der UAG Prävention und Kinderschutz in Hamburg entwickelt.

Auf der Internetseite der BSFB zum Kinderschutz können sich Pädagoginnen und Pädagogen, Schulleiterinnen und Schulleiter über Handlungsmöglichkeiten in der Schule informieren. Die effektive schulische Präventionsarbeit umfasst auch eine gute institutionelle Vernetzung mit Fachberatungsstellen und Hilfeeinrichtungen für Lehrkräfte.

Die Initiative der Unabhängigen Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) bietet auf dem Portal Schule gegen sexuelle Gewalt weiter Hilfestellungen und Informationen für die Erarbeitung von Konzepten zum Schutz vor sexueller Gewalt. 
Das Hilfeportal des Bundes bietet umfassende Sachinformationen, Fakten und Hintergründe zu sexualisierter Gewalt. Unter dem Motto „Hilfe suchen, Hilfe finden“ finden Betroffene, Angehörige und Fachkräfte einen schnellen Zugang zu Hilfe und Beratung.
Da statistisch gesehen in jeder Klasse in Deutschland ein bis zwei Betroffene gibt, die sexueller Gewalt ausgesetzt sind, hat die UBSKM den Podcast einbiszwei über Sexismus, sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ins Leben gerufent.
Die UBSKM hat auch in Zusammenarbeit mit den Bildungsministerien der Ländern das interaktive Fortbildungsangebot „Was ist los mit Jaron?“ für pädagogische Fachkräfte konzipiert und vermittelt praxisnah Basiswissen. Dieses Wissen ist eine Voraussetzung für die Entwicklung von Schutzkonzepten. Interessierte können sich unter  registrieren lassen oder anonym teilnehmen. Es sollen vier Stunden eingeplant werden, in denen auch Pausen einlegt werden können. Bei registrierten Teilnehmende wird der Fortschritt gespeichert. Diese erhalten am Ende des Kurses eine vom System generierte Teilnahme-Bescheinigung.
Kein Raum für Missbrauch ist eine weitere Initiative des UBSKM. Ziel ist es, dem Missbrauch an Orten, an denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten, keinen Raum zu geben. Vielmehr sollen sie dort kompetente Ansprechpersonen finden, wenn sie Hilfe benötigen. Das kann gelingen, indem Einrichtungen und Organisationen wie Schulen, Kitas, Heime, Sportvereine, Kliniken und Kirchengemeinden Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt entwickeln und umsetzen. 

Der Leitfaden Kinderschutz in der Schule - Leitfaden zur Entwicklung und praktischen Umsetzung von Schutzkonzepten und Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt an Schulen der BMK zeigt aus der schulischen Praxis heraus auf, wie Schulen einzelne Prozessschritte in Angriff nehmen können, Abläufe zu strukturieren sind und gibt Hilfestellungen, um die Komplexität des Prozesses zu reduzieren. 

Eine aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist Grundvoraussetzung für wirksame Schutzkonzepte. Erst durch transparente Prozesse, klare Beteiligungsformate und eine wertschätzende Haltung wird Partizipation zum integralen Bestandteil der Gewaltprävention an Schulen. Die Handreichung Schutzkonzepte in der Schule – partizipativ, die auf dem Forschungsprojekt „SchuLae“ (Entwicklung und Wirkung von Schutzkonzepten in Schulen im Längsschnitt) basiert, zeigt praxisnah, wie junge Menschen aktiv an der Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt beteiligt werden können.

Die digitale Praxisbroschüre Gemeinsam aktiv werden gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend – Materialien und Angebote für die Praxis wurde im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts „Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ entwickelt und bündelt vielfältige Materialien zur Prävention, Intervention, Umsetzung von Schutzkonzepte sowie Aus- bzw. Fortbildung.