Erhöhte Gefahr vor häuslicher und sexualisierter Gewalt in Zeiten der Corona-Pandemie

Die aktuellen Ausgangsbeschränkungen können die Lage von Opfern häuslicher Gewalt verschärfen. Das Zusammenleben auf engstem Raum, Überlastung und existenzielle Sorgen können zu Streit, Wutausbrüchen und Gewalt führen.

Erhöhte Gefahr vor häuslicher und sexualisierter Gewalt in Zeiten der Corona-Pandemie

Auch bei sexuellem Missbrauch — wenn Täterinnen und Täter aus dem häuslichen Umfeld stammen — sind Kinder und Jugendliche im Moment besonders schutzlos ausgeliefert und können sich kaum Hilfe holen.

Die soziale Kontrolle, in der Formen der Gewalt gegen Kinder auffallen können, also in Schulen und in sonstiger Betreuung fällt gerade weg. Daher sollten pädagogische Fachkräfte auch mal fragen: „Hast du Kummer zu Hause?“ und auf vertraulichen, kostenfreien und anonymen Hilfeangebote aufmerksam machen. Bei Bedarf kann es sinnvoll sein entsprechende Internetadressen und Telefonnummer in der Klassenchat zu veröffentlichen. Die Beratungen finden online und telefonisch statt.

Häusliche Gewalt
"Nummer gegen Kummer" für Kinder und Jugendliche: 116 111, montags bis samstags von 14 bis 22 Uhr nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendtelefon

"Nummer gegen Kummer" Elterntelefon: 0800 111 0550, montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr, dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr nummergegenkummer.de/elterntelefon

Beratung bei Gewalt und Trauma opferhilfe-hamburg.de.

Opfer-Telefon des Weißen Rings: 116 006, täglich von 7 bis 22 Uhr und Online Beratung weisser-ring.de/hilfe-fuer-opfer/onlineberatung


vergrößern Soforthilfe in Zeiten von Corona (Bild: UBSKM) Sexuelle Grenzverletzungen

Der Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs UBSKM hat die gesonderte Website ins Netz gestellt www.kein-kind-alleine-lassen.de mit einem Verzeichnis wichtiger Anlaufstellen, die auch während der Corona-Krise erreichbar sind.

Der Bereich für Kinder und Jugendliche bietet Direktkontakt per Chat, Mail oder Telefon zu Hilfeangeboten. Für den Notfall, dass ein Täter oder eine Täterin in das Zimmer kommt, während ein Kind auf der Seite Hilfe sucht, gibt es einen Exit-Knopf, der die Webseite sofort verschwinden lässt.

Der Bereich für Erwachsene bietet Informationen zum richtigen Verhalten bei einem Verdacht auf sexuelle und andere familiäre Gewalt im Umfeld.  Der UBSKM ruft auch dazu auf, das Material der Webseite zu verbreiten, die Flyer auszudrucken und sie in Hausflure, Arztpraxen, Krankenhäuser, Supermärkte oder Apotheken aufzuhängen.

Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig zu erfahren: "Du bist nicht allein. Es gibt Hilfe."

Das Hilfetelefon des Familienministeriums "Gewalt gegen Frauen" bietet Beratung in Deutscher Gebärdensprache und in 17 Fremdsprachen: 08000 116 016, jeden Tag 24 Stunden erreichbar. www.hilfetelefon.de

Auch die Hamburger Fachberatungsstellen bieten zurzeit aufgrund der bestehenden Ansteckungsgefahr nur telefonische bzw. online Beratung an:

vergrößern Hamburger Polizei Flyer Wir Informieren / Gewalt im häuslichen Bereich (Bild: Polizei Hamburg)

Zum Schutz vor Gewalt im häuslichen Bereich hat die Hamburger Polizei die wichtigsten Hinweise für Betroffenen und Zeugen online und in einem Flyer zusammengestellt.

Durch die erhöhte Nutzung von digitaler Kommunikation, können Kinder und Jugendliche auch mehr sexuelle Grenzverletzungen im Netz erleben. Zusätzlich zu den oben genannten Angeboten finden Sie Informationen bzw. Hilfsangebote unter:
nina-info.dehilfetelefon
innocenceindanger.de
klicksafe.de

Fragen, Unterstützungsbedarf, Beratung?
Schicken Sie eine Mail an sexualerziehung-gender@li-hamburg.de
Hier finden Sie weitere Infos zu sexualisierte Gewalt in Grundschule und weiterführenden Schulen.