Vorbereitungsdienst

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2. Ziele und Inhalte des Vorbereitungsdienstes

Der Vorbereitungsdienst qualifiziert Sie für den Beruf der Lehrkraft, bereitet Sie auf Ihre Zweite Staatsprüfung vor und dient Ihrer berufspraktischen Handlungsfähigkeit von hoher Qualität. Er knüpft entweder an Ihre im Studium erworbenen wissenschaftlichen und an schulischer Praxis orientierten Qualifikationen an oder orientiert sich an Ihrem Kompetenzerwerb aus einem anderen beruflichen Weg, wenn Sie als Quereinsteigende in den Vorbereitungsdienst eingetreten sind. Sie befinden sich nun in der zweiten von drei Phasen der Lehrkräftebildung. Eine Berufseingangsphase und ein berufslebenslanges Weiterlernen und -qualifizieren werden sich anschließen.
 

Leitend für Inhalte und Strukturen Ihrer Ausbildung im Vorbereitungsdienst sind die Erfordernisse des Hamburger Schulwesens, hierzu zählen unter anderem:

  • die Ermöglichung von Teilhabe und Lernerfolgen aller Schüler:innen an einem lernförderlichen, fachlich hochwertigen, inklusiven und zukunftsorientierten Unterricht. Dies geschieht unter Anerkennung und Berücksichtigung der vielfältigen Heterogenität der Schülerschaft in allen Lehrämtern, Schulformen und -stufen,
  • die Stärkung der Schüler:innen in ihrer Urteilsfähigkeit, in ihrem kritischen Denken und ihrer Kreativität, in ihrer Dialogfähigkeit und der Fähigkeit zur Perspektivübernahme, 
  • die Förderung verantwortlichen, kooperativen, nachhaltigen und demokratischen Handelns in Gemeinschaft und die Gestaltung von Schule als Lebensraum,
  • die Förderung von Potenzialen und besonderen Begabungen und ein Ausgleich von gegebenen Nachteilen oder Barrieren im Lernen, 
  • die Kooperation in multiperspektivischen und multiprofessionellen Zusammenhängen, 
  • ein gelingender Übergang von der Schule in den Beruf,
  • insgesamt eine Befähigung sämtlicher Schüler:innen zu verantwortlicher Teilhabe an unserer Gesellschaft.
     

Curriculare Rahmung des Vorbereitungsdienstes in Hamburg

Die Rahmung besteht in ihrer Basis aus den grundsätzlichen inhaltlichen Anforderungen, die für alle Formate, Fächer und Lehrämter gelten.
Darüber hinaus werden über Curricula und Schwerpunktsetzungen die spezifischen Anforderungen in Ihren Lehrämtern und Ausbildungsformaten abgebildet. 

Übersicht zur curricularen Rahmung
© LI Hamburg Abb.: Curriculare Rahmung des Vorbereitungsdienstes

Spezifische Anforderungen in den Lehrämtern und Ausbildungselementen

Ausgehend von den grundsätzlichen Anforderungen liegen Ihren jeweiligen Fachseminaren Curricula und der Hauptseminararbeit sowie der Netzwerkarbeit verbindliche Schwerpunkte zugrunde.

Die Seminararbeit ist kompetenzorientiert und thematisch vernetzt angelegt. Sie ist darauf ausgerichtet, dass Sie Zusammenhänge und Wirkungsgefüge erkennen und verstehen können und daraus begründete, funktionale Entscheidungen für Ihre Praxis ableiten. Multiperspektivität in der Betrachtung von Lerngegenständen und das Miteinander- und Voneinander-Lernen tragen zum Verstehen bei. Es werden dabei Standardorientierung und Ihre Anliegen theoriegeleitet und reflexiv verbunden. 
Sie werden übrigens regelmäßig in den Seminaren oder mit zentralen Online-Verfahren um Feedback zu Ihren Ausbildungsveranstaltungen gebeten, damit wir Vorschläge zur Weiterentwicklung der Arbeit in den Seminaren gewinnen.

 

Grundsätzliche inhaltliche Anforderungen in allen Ausbildungselementen

 

Grundsätzliche inhaltliche Anforderungen in allen Ausbildungselementen

Inklusiv und demokratisch, nachhaltig und zukunftsorientiert denken und handeln

Das Profil einer inklusiv denkenden und handelnden Lehrkraft bildet eine Entwicklungserwartung an Sie ab und unsere Positionierung: Diversität ist. Nutzen Sie das Profil zur Reflexion und weiteren Ausgestaltung Ihrer Haltung und Handlungen als angehende Lehrkraft im Kontext „Diversität“. Es bietet Ihnen vier Perspektiven hierauf an: Wahrnehmung und Wertschätzung / Lernen und Lehren / Kooperation und Kollaboration / Reflexion. Das Profil ist handlungsleitend in der Ausbildung, und es wirkt Diskurs-eröffnend. 

Im Vorbereitungsdienst ist außerdem eine durchgängige, berufsbezogen reflektierte Auseinandersetzung mit 

  • Demokratiebildung, 
  • Diversitätsdimensionen, 
  • Diskriminierung,
  • Rassismus, 
  • Antisemitismus, 
  • Formen der Genderdiskriminierung und
  • anderen Ausprägungen von Benachteiligungen, undemokratischem Handeln und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit verpflichtend. 
     

Dies spiegelt sich in der Leitidee von Ausbildung, in der Seminararbeit und in Hospitationsbesprechungen, im Wahlpflichtangebot sowie in den handlungsleitenden Papieren der Abteilung Ausbildung des Landesinstituts wider. Die LI-Handreichung Positioniert euch! Was politische Bildung darf dient Ihnen als relevante Handlungsunterstützung dabei, Demokratieförderung innerhalb des Neutralitätsgebotes zu betreiben.

Weiterhin hat sich Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) zu einer Grundorientierung und zu einem umfassenden Bildungskonzept entwickelt. Die sich schnell verändernde Lebens- und Arbeitswelt stellt die Gesellschaft vor die Herausforderung, Zukunft nachhaltig zu gestalten – zur Sicherung der Lebensgrundlagen und zum Friedenserhalt in einer an den Menschenrechten orientierten solidarischen Weltgemeinschaft. BNE findet in Ihrem Vorbereitungsdienst Berücksichtigung, verbunden mit der Perspektive der „Future Skills“, mit dem Ziel, Schüler:innen zu zukunftsorientiertem, vernetztem Denken und Handeln und zur Teilhabe an Transformationsprozessen zu befähigen.

Ausrichtung am Referenzrahmen

Der Hamburger Referenzrahmen für die Ausbildung von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst und für die Anpassungsqualifizierung beschreibt unser über den Vorbereitungsdienst hinausgehendes, orientierendes Zielbild einer insgesamt kompetenten Lehrkraft. Die Auswahl unserer Ausbildungsinhalte und -schwerpunkte begründet sich über den Referenzrahmen. 
Sie können Ihren eigenen Professionalisierungsweg mit dem Referenzrahmen abgleichen und somit jederzeit Ihre individuellen Stärken und Fortschritte identifizieren. Er enthält eine umfassende Auflistung von Anforderungen in den übergeordneten personalen und sozial-kommunikativen Kompetenzen sowie in den vier Handlungsfeldern Unterrichten / Erziehen und Beraten / Diagnostizieren, Beurteilen und Bewerten / Die eigene professionelle Rolle weiterentwickeln und Schule gestalten

Berücksichtigung von Digitalität

In Ihrem Berufsleben werden Sie sich kontinuierlich mit dem Thema Digitalität in allen Facetten und Zusammenhängen auseinandersetzen. Mit der Handreichung Kompetenzen in der Lehrkräftebildung für das Lernen in der digitalen Welt unterstützen wir Sie im individuellen Kompetenzaufbau. Ziel ist, dass Sie Ihre individuellen beruflichen Anforderungen erkennen und eigene Entwicklungsstände reflektieren können.

Erhalt und Förderung der Lehrkräftegesundheit

Mit dem Konzept zum Erhalt und zur Förderung von Lehrkräftegesundheit im Vorbereitungsdienst möchten wir Sie unterstützen im Aufbau von:
• Resilienz,
• allgemeinen Gesundheitskompetenzen und
• Bewältigungsstrategien im Umgang mit Ausbildungs- und berufsimmanenten Beanspruchungen.

Fokussierung auf Unterrichtsfähigkeit, Reflexionskompetenz und Professionalität

Um bei aller Komplexität Orientierung zu geben und den Vorbereitungsdienst nicht zu überfrachten, werden in Ihrer Ausbildung drei miteinander verbundene Ausbildungsfokusse gesetzt. Denn: Die Verbindung genau dieser drei Aspekte sichert eine qualitativ hochwertige Gestaltung und Weiterentwicklung von Unterricht und Schule.
 

  • Unterrichtsfähigkeit
    Ihre Unterrichtsfähigkeit ist die Voraussetzung dafür, dass Ihre Schüler:innen im fachlichen und überfachlichen Lernen vorankommen, sich wahrgenommen und sicher fühlen, Erfolge erleben, demokratische Werte ausbilden und gerne am Unterricht teilnehmen. Auch Ihr professionelles unterrichtliches Handeln in den Bereichen Erziehen und Beraten, Diagnostizieren und Bewerten ist ein Teil Ihrer Unterrichtsfähigkeit. 

> Unterrichtsfähigkeit entwickeln - Ihr Weg zu professionellem Lehrerhandeln - (PDF)
 

  • Reflexionskompetenz
    Theoriegestützte professionsbezogene Reflexion – die fundierte Analyse und Bewertung von Praxis bis zur Entwicklung von Handlungsalternativen – gilt als roter Faden der Professionalisierung. Sie ist Voraussetzung für die Weiterentwicklung Ihrer professionellen Rolle und Ihrer Unterrichtsfähigkeit. Reflexionskompetenz wird durch alle Ausbildungsbegleitungen unterstützt und gefördert. Reflexiv begleiteter Ausbildungsunterricht, das Einüben eines professionellen Umgangs mit Feedback, reflexive Phasen in der Seminararbeit sowie Reflexion in Ausbildungs- und in Prüfungsgesprächen sind verbindlich; Portfolioarbeit wird empfohlen. 

> Reflexionskompetenz weiterentwickeln (PDF)
 

  • Professionalität
    Ihre professionelle Rolle trägt Sie in Ihrem beruflichen Handeln. Durch rollenklares und rechtssicheres Handeln in vielfältigen Rollenanforderungen können Sie in Ihrem Unterricht und darüber hinaus Rahmen und Strukturen setzen, Verlässlichkeit und Orientierung geben, Konflikte bearbeitbar machen, Teamarbeit, Netzwerkarbeit und Schulentwicklung befördern, die eigene Gesundheit stützen. Die Reflexion und weitere Ausgestaltung Ihrer professionellen Rolle wird daher von Ihnen erwartet, sie ist dazu Gegenstand in Ausbildungsveranstaltungen, im Bewährungsbericht und in individuellen Beratungsgesprächen. 

> Die professionelle Rolle als Lehrkraft ausprägen (PDF)

Berücksichtigung der prioritären Themen

Grundsätzlich werden prioritäre Themen in der seminaristischen Ausbildung aller Lehrämter und Schulformen berücksichtigt. Beispielsweise sind dies laut Drucksache 21/11562 „Fortschreibung der Reform der Lehrerbildung“

  • Neue Medien bzw. Bildung in der digitalen Welt  
  • Schulentwicklung  
  • Umgang mit kultureller und sozialer Heterogenität bzw. Inklusion.

Raum für Aktualität

Darüber hinaus werden bei Bedarf auch die aus aktuellen schulischen und bildungspolitischen Entwicklungen entstehenden inhaltlichen Anforderungen kurzfristig in Ihrer Ausbildungsarbeit berücksichtigt.